Konzerte & Party

Im Bang Bang Club: Delphic

DelphicSie hießen früher mal Snowfight In The City Centre. Das war keine so gute Idee. Man stelle sich nur eine deutsche Band vor, die sich Schneeballschlacht im Stadtzentrum nennt – geht nicht. Heute treten Sänger James Cook, Keyboarder Richard Board­man und Gitarrist Matt Cocksedge unter dem poetischen Namen Delphic auf und lassen auf ihrem Debütalbum „Acolyte“ gleich mal einen Weckruf los. „A call to arms, a call to everything you wanted, it’s your life“, skandiert Cook in „Clarion Call“. So einen fulminanten Einstieg kriegen nur Leute hin, die mehr als Beschallung liefern wollen. Sie wollen ein Ereignis sein.
Leider gibt es schon wieder Störenfriede, die alles grob simplifizieren wollen. Sie sehen in Delphic eine Jungensvariante von La Roux oder Little Boots, wegen der Hinweise auf elektronischen Pop der Achtziger. Bei Delphic geht es aber nicht um Optik und Frisur, ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Musik, die starke Parallelen zu New Order und den Chemical Brothers aufweist. Cook sagt, das geschehe bewusst. Delphic wollten das Erbe der beiden Bands fortführen und ihre Heimatstadt Manchester repräsentieren: „Hier sind große Dinge passiert, aber mittlerweile droht die Musik­szene der Stadt unter der Last der eigenen Historie zusammenzustürzen. Da müssen wir ge­gen­steuern.“ Sie tun es mit Energie und Hingabe, setzen Emotionen frei und lassen von einer besseren Welt träumen.

Text: Thomas Weiland

Delphic, Bang Bang Club, Di 9.2., 21 Uhr, VVK: 8 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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