Konzerte & Party

Im Festsaal Kreuzberg: Ja, Panik

Ja, Panik im Festsaal Kreuzberg in BerlinFrüher nannten sie sich mal Flashbax. Das war 2004, ihr bekanntestes Werk aus dieser Zeit heißt „Straight Outta Schilfgürtel„. Damals hatten die jungen Österreicher gerade die Schule abgeschlossen und nahmen alles auf die leichte Schulter. Inzwischen wissen sie längst, was der Ernst des Lebens so mit sich bringt. Die Band, die jetzt Ja, Panik heißt, stellt auf dem Album „The Angst And The Money“ bedeutende Fragen. „Die Luft ist dünn, der Nebel steht mir bis zum Kinn, wer traut sich jetzt, wer reißt hier noch was rum?“, will Andreas Spechtl wissen.
Der Sänger sinniert über die Krise. Er tut es auf betont spielerische Weise, indem er mit Originalzeilen aus einem Gedicht von Edgar Allan Poe arbeitet und sich auch sonst beim Englischen oder Französischen bedient. Manche Er­kenntnis, zu der er in seinem Text-Patchwork gelangt, klingt im ersten Moment niederschmetternd. Aber da ist ja noch die Musik, in der die Unruhe und das Getriebensein des Post Punk genauso herauszuhören sind wie die feierliche Ausgelassenheit des er­s­ten Albums von Dexy’s Midnight Runners.
Jetzt wollen Ja, Panik in unserer Mitte weiter gedeihen. Sie haben Wien und dem Schilfgürtel den Rücken gekehrt und gewöhnen sich gerade an ihren neuen Wohnsitz Berlin. Spechtl hat schon Bekanntschaft mit der Kellnerkarriere im innerstädtischen Zuzugsgebiet gemacht und sich mit Christiane Rösinger von Britta angefreundet, die auf „The Angst And The Money“ im Chor singt. Sie wird gewiss nicht die letzte Sympathisantin in dieser Stadt und darüber hinaus bleiben.

Text: Thomas Weiland

Ja, Panik, Festsaal Kreuzberg, Sa 28.11., 21 Uhr, VVK: 10 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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