Konzerte & Party

Im Huxleys: Franzosen-Pop von Phoenix

phoenixNun ist eine hässliche Verpackung mit herrlichem Inhalt allemal besser als andersrum. Und die Platte, die auf den Klassiker anspielt, steckt wieder voller guter Einfälle. Die vier Schulfreunde aus Versailles haben ja schon immer die Kunst beherrscht, scheinbar achtlos am großen Pop vorüberzuschlendern. Songs wie „Run Run Run“ oder „Everything Is Everything“ etwa laufen so geschmeidig ins Ohr wie das Werk gewiefter Altmeister. Trotzdem serviert die Band ihre Glanzstücke mit seltenem Understatement. Dabei haben sich die Franzosen fast unbemerkt mit jedem ihrer vier Alben immer höher in den internationalen Charts vorgearbeitet. Selbst die Tatsache, dass die frühere Begleitband von Air bei jedem Film von Sofia Coppola im Soundtrack vertreten ist, wirkt weniger der Tatsache geschuldet, dass die Star-Regisseurin mit Sänger Thomas Mars liiert ist. Eher vertraut man auf Coppolas guten Geschmack; wo Phoenix-Songs doch wirklich zum Stilvollsten zählen, was man auf Hollywoods Tonspuren zu hören kriegt.

So umgibt die Band die attraktive Aura, jederzeit einen Welthit lancieren zu können, wenn sie nur Lust darauf hätte. Umso überraschender deshalb auch der experimentelle Charakter von „Wolfgang Amadeus Phoenix„: Kernstück ist das krautrocki­ge Song-Doppel „Love Like A Sunset“. Das vollkommen radiountaugliche Herzstück der Platte sei eine Hommage an den Tunnel, der Paris mit Versailles verbindet. Die Durchfahrt ist ein langer Trip; die meisten Autofahrer langweilen sich darin schrecklich. Nur Leuten wie Phoenix fallen dabei tolle Dinge ein. Oder auch mal kindische Plattentitel.

Text: Ulrike Rechel

Phoenix Huxleys, Sa 21.11., 21 Uhr

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