Konzerte & Party

Im Kino: „Executive Koala“

Minoru Kawasaki bezeichnet sich selbst als den japanischen Ed Wood. Dabei unterschlägt er, dass er, im Gegensatz zum tragischen König des B-Films, die Fähigkeit zur Selbstironie entwickelt hat. Davon zeugen bizarre Werke wie das Catcher-Drama „Calamari Wrestler„, das Katastrophenspektakel „The World Sinks Except Japan“ oder im letzten Jahr der Monster-Knaller „Monster X Strikes Back: Attack the G8 Summit„, in dem auch Angela Merkel zur Monsterjägerin wird. Was bleibt Kawasaki bei den bescheidenen Budgets, die ihm beim Inszenieren seiner haarsträubenden Storys zur Verfügung stehen, auch anderes übrig, als über sich selbst zu schmunzeln.
In seinem Serienkillerthriller „Executive Koala“ aus dem Jahr 2005 wird der erfolgreiche Geschäftsmann Tamura des blutigen Mordes an seiner verschwundenen Freundin verdächtigt. Tamura ist gerade dabei, in der Firma, die eingelegtes Gemüse vertreibt, aufzusteigen und wird von den Bü­­­rodamen angehimmelt. Und das, obwohl es sich bei ihm um einen Koalabären handelt. Jawohl, einige der Hauptfiguren in diesem absurden Film werden ganz selbstverständlich von Menschen in Tierkostümen gespielt. Wie in Disneyland. Das verhindert vielleicht, dass aus „Executive Koala“ großes Kino wird. Aber das versucht Kawasaki ja auch unbedingt zu verhindern.

Text: Jörg Buttgereit

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Executive Koala“ im Kino in Berlin

Executive Koala (Koara kachф), Japan 2005; Regie: Minoru Kawasaki; Darsteller: Hironobu Nomura, Hideki Saijo, Hitomi Takashima; Farbe, 85 Minuten

Kinostart: 23. Juli

Mehr über Cookies erfahren