Konzerte & Party

Im Lido: Beach House

Beach HouseNein, die Erwartungen erfüllen sie wirklich nicht. Hätte man bei einer Band namens Beach House doch eher sommerlichen Pop vermutet, unbeschwert und leichtfüßig. Doch „Teen Dream“, das inzwischen dritte Album der Gruppe aus Baltimore, USA, setzt einmal mehr auf den bandtypischen Sound, der sich wie eine neblige Wand aus Pop aufbaut. Wie betäubt nimmt der Hörer die an ihm vorbeiströmenden Stücke wahr, die mit wabernder Orgel und die Melodien tragender Gitarre gefangen nehmen. Wie in Zeitlupe bewegen sich die überwiegend melancholischen Stücke vorwärts, verwischen ihre Anfänge und Enden und bilden auf „Teen Dream“ somit insgesamt keine zehn separierten Songs, sondern ein großes Ganzes, in das der Hörer mit dem ersten Takt hineingezogen und erst beim letzten wieder entlassen wird. Verträumt und emotional präsentiert sich Sängerin Victoria Legrand dabei über den dichten Arrangements, in denen das immer wieder auftauchende, verspielte Piano optimistische Akzente setzt. Die Einflüsse der Achtzigerjahre werden dabei offenbar, und Beach House scheuen auch vereinzelt nicht davor zurück, mutig den Schritt in Richtung der Grenze zum Zuviel zu machen. Für einen sonnigen Tag am Strand ist dies nichts. Für den kühleren Abend danach aber wie gemacht.

Text: Nadine Kleber

Beach House, Lido, Do 1.7., 21 Uhr, VVK: 20,50 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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