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Hagen LiebingDie Förderung von Kultur durch Unternehmen werde nicht ausreichend anerkannt, beklagt der „Kulturkreis der deutschen Wirtschaft e.?V.“ rechtzeitig zum Jahresende, auf dass wir Medienmenschen es 2012 besser machen. Und es wird auch gleich noch gesagt, wo man sich diesbezüglich bereits richtig verhält: Im Sport nämlich habe man sich längst damit abgefunden, dass ein Stadion Allianz Arena heißt, oder ein Jugendfußballpokal Coca Cola Cup, und dass ein Spieler oder Trainer erst dann aufs Interview-Podest darf, wenn er sein Sponsorenlogo-besticktes Jäckchen angezogen hat.
„Wenn Sponsoren“, so die kreativen Wirtschaftler, „auch in der Kultur unverkrampft genannt würden, würden viele Firmen eine Förderung intern leichter legitimieren können.“
Dabei habe ich das Gefühl, dass es diese Unverkrampftheit in der Öffentlichkeit durchaus schon zur Genüge gibt, etwa, wenn in der Peter Maffay mit dem Orchester spielt. Ok, er könnte bei dieser Gelegenheit auch noch singen: „Über sieben Brücken musst du gehn, die wegen hier fest und sicher stehn.“ Aber das täte mich dann schon unangenehm berühren. Zumal ich ja erst noch verdauen muss, was für ein „unverkrampftes“ Verhältnis unser Bundespräsident in Sachen Sponsoring bereits entwickelt hat.

Foto: Harry Schnitger / tip

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