Konzerte & Party

Imelda May im Lido

ImeldaMayDas Erstaunlichste: Sie hat keine Tattoos. Jedenfalls keine sichtbaren. Dabei bewegt sie sich in einer Szene, in der Tattoos zum guten Ton gehören, Zugehörigkeitsmerkmal sind. Genau das aber hat Imelda May – so scheint’s – nicht nötig, und sie spielt die Klaviatur der Stile mit einer im Rockabilly ungewöhnlichen Bandbreite. Natürlich nennt sie Gene Vincent, Buddy Holly, Johnny Burnette und Wanda Jackson als Einflüsse, Ehemann und herausragender Gitarrist ihrer Band Darrel Higham schrieb eine Eddie-Cochran-Biografie, aber es fallen auch die Namen von Willie Dixon, Howlin’ Wolf, Patsy Cline, The Clash, Blondie und The Cramps. Auf dem 2005er Debütalbum der talentierten Irin coverte sie sich noch munter durch Klassiker, nicht nur aus dem Rockabilly-Katalog, sondern ebenso aus Blues und Gospel, und legte den Grundstein für den mit dem zweiten Album „Love Tattoo“ einbrechenden Erfolg: Nummer eins in Irland, Kritikereuphorie in UK und Jools Holland als unterstützender Fan. Ihr Geheimnis: ein überzeugender Mix von Rockabilly mit Soul, R&B und Swing-Jazz, gespielt von einer Band, die ihre Roots kennt und besonders durch die Bläserarrangements Akzente setzt. Und ihr Star ist sexy, musikvernarrt, singt mit viel Soul, spielt neben Gitarre auch die Bodhrбn, eine irische Rahmentrommel, und hält bei ihren Auftritten eine geschickte Ba­lance zwischen Uptempo-Nummern und Balladen.

Text: Christine Heise

Imelda May + Last Tycoons
Lido, Fr 20.5., 20 Uhr, VVK: 18 Ђ     

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