Konzerte & Party

Imelda May im Postbahnhof

Imelda May

Autsch: Seite an Seite mit Volks-Rock’n Roller Andreas Gabalier? Da hätte man auch beim Booker in London gewarnt sein können… aber Imelda May hat keine Berührungsangst. Im Gegenteil: sie sucht geradezu die Verlinkung glaubwürdiger Wurzeln mit den Spielformen des Pop, und der flottfröhliche Rockabilly eignet sich scheint’s besonders gut dazu – siehe The Baseballs – in einem Schlager- und Volksmusikkontext ohne Gesichtsverlust zu bestehen. Ob man das will, ist eine ganz andere Frage. Daß für Imelda May ein Fans-only-Status nicht in Frage kommt, wurde spätestens mit ihrem dritten Album „Mayhem“ 2010 deutlich. Beflügelt vom Erfolg in ihrer Heimat Irland  kam das Album auch im weiteren Europa auf den Markt und heimste zu Recht Lobeshymnen ein. Ihre geschickte und von Herzen kommende Verknüpfung von 50ies Rock’n’roll mit 80ies Punk goes Pop Attitüde spricht ein Publikum an, das sich nicht nur einem Genre verpflichtet fühlt. Die Tochter eines Tanzlehrers und einer Schneiderin ist sowohl Wanda Jackson und Buddy Holly Fan, als auch von Blondie und The Pretenders. Bereits mit 13 hat sie, angespornt von ihren Brüdern, neben Ronnie Wood den Blues gesungen. Mittlerweile ist sie selber Mutter geworden, und das neue Album „Tribal“ hat sie erstmalig mit dem externen Produzenten Mike Crossey aufgenommen, der schon die Arctic Monkeys und Jake Bugg betreut hat. Darauf zeigt sie sich nicht nur optisch als bikende Rockerin und lässt gleichzeitig keinen Zweifel an ihrem Cool Cat Sein aufgekommen – das können nur wenige.

Text: Christine Heise

Imelda May, Postbahnhof, Straße der Pariser Kummune 8, Berlin-Friedrichshain, Mo 20.10., 20 Uhr

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