Konzerte & Party

Imogen Heap im Lido

Imogen_HeapSie hat sich rar gemacht im Fernsehen und Radio. Medienscheu könnte man Imogen Heap nennen. Dabei ist ausgerechnet dies nicht der Fall. Kaum jemand hat sich in der virtuellen Welt häuslicher eingerichtet als die Londoner Songschreiberin: mit allein einer Million Menschen, die ihren Tweets via Twitter folgen. Als „Download Diva“ wird sie oft bezeichnet: eine autark arbeitende Künstlerin, die sich beim Schreiben ihres jüngsten Albums „Ellipse“ per Videoblog über die Schulter blicken ließ, als jahrelang angelegtes Making of. Das Ergebnis klingt alles andere als nach einem öffentlichen Happening. Der Fokus liegt auf ihrem warmen Gesang, der ähnliches Understatement ausstrahlt wie Didos. Doch dauert es nie lang, bis die einstige Musikstudentin ihr Arsenal digitaler Effekte zündet, ihre Stimme auffächert oder zu perkussiven Bits zerkleinert, wie im an­thro­po­morphen A-cap­­pella-Song „Earth“. Den Computer habe sie schon als Teenager „als Freund“ erkannt, sagt die 32-Jährige, deren bekanntester Song „Hyde & Seek“ so klingt, als höre man einen Kirchenchoral durch Vocoder-Verzerrer. Gelegentlich neige sie dazu, sich in Technikspielereien zu verlieren, gesteht sie. Um dieser Gefahr zu entgehen, schloss Heap zuletzt die Studiotür ab und reiste quer durch China, Thailand und Japan. Dort schrieb sie ihre neuen Songs, beendete sie zu Hause am Flügel. „I wanted to have the songs completely written, before I went in and did all the fun stuff“, erzählt sie. Die Kon­zen­tration, das berückend Fremd­artige ihrer Reiseimpressionen übertragen sich. So ist Heap ihr bislang intimstes Songwriter-Album gelungen. Dafür brauchte sie nicht mal auf ihre geliebte digitale Zauberkiste zu verzichten.

Text: Ulrike Rechel

(Fanveranstaltung)

Imogen Heap
im Lido, Di 23.2., 21 Uhr, VVK: 27,50 Ђ
Tickets: www.tip-berlin.de/tickets

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