Konzerte & Party

„Infinity Blues“ von Ryan Adams

Ryan AdamsUnd das hat Sys­tem, his work is never done. Auch sein Buchdebüt „Infinity Blues“ hat etwas Stürmisches und Vorläufiges. Es ist Soul-Poetry, kräftig, direkt und unverblümt, und enthält doch nicht das klassische, kondensierte, abgewogene Versmaß, ist selten der Ökonomie eines Songs vergleichbar. Adams’ Schreibstil gleicht vielmehr verbalen Fieberträumen, einem rhythmisch geordneten, vorwärtsdrängenden Schwall, in dessen Fokus er selber mit seinen Unvermeidlichkeiten steht. „I shot the lights/on a million girls/when I should have stayed/balancing things.“
Einsichten und Tiraden wechseln sich ab,  Schimpfkanonaden, auch gegen sich selber, mit einer zwischen Qual und Befreiung wechselnden Wortgewalt.
„Writing, dying, for the trying to get right.“ Wie in seiner Musik zeigt Adams sich hier auf fast 300 Seiten als der Unbremsbare, als der Unverstandene und als der, der im wirklichen Leben immer alles kaputt macht. Am Ende meint man ihn wieder ein biss­chen besser zu verstehen, aber da kommt ja bald „Hello Sunshine“, sein zweites Buch, und alle Fragen sind wieder offen.

Text: Christine Heise

Ryan Adams „Infinity Blues“, Akashic Books, New York 2009, 286 Seiten, $ 15,95

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