Konzerte & Party

Ingrid Michaelson im Quasimodo

Wenn Ingrid Michaelson von zuhause spricht, davon, dass ihr dort vor drei Jahren gerade mal fünf Leute zuhörten, denkt man an ein verträumtes Nest, vielleicht irgendwo am Meer. Das liegt an der versonnenen Stimmung ihrer Musik: leicht instrumentierte Folksongs mit Klavier und süß tönenden Vokalharmonien, aufgenommen im Elternhaus. Dass vor dem Fenster der Michaelsons die Metropole New York City brodelt, merkt man ihrem Debütalbum „Girls and boys“ mit seinen turtelnden Porzellanfigürchen auf der Hülle nicht gerade an.

„Ich spiele meine Songs schon seit einer Weile; ich hab‘ bei ein paar Wettbewerben mitgemacht, auch mal einen gewonnen. Aber insgesamt ging es nicht wirklich voran“, erinnert sich die Songschreiberin mit dem akkurat gekämmten langen Haar und dem zarten Teint. Fast wollte die 28-Jährige es aufgeben mit der Musik, „Ich hätte dann wie vorher im Kindertheater gearbeitet. Das wäre okay gewesen“, sagt die gelernte Schauspielerin. Stattdessen meldete sich Michaelsons heutige Managerin, die die Songs der New Yorkerin im Internet entdeckt hatte und Kontakt zur Fernsehserie „Grey’s Anatomy“ knüpfte.

Dort landeten Songs wie die Ballade „The way I am“ im Soundtrack: ein zweieinhalb Minuten kurzes Sing-along, das mit wenig mehr auskommt als Handtrommeln, Klatschen und strahlendem A Cappella-Chor. Ihr Pianopopstück „Breakable“ untermalte schließlich den Werbeclip eines Pullover-Herstellers. Seither sind die Songs in den USA zu Hits geworden, in der Heimatstadt drängeln sich mittlerweile 1500 Leuten in die Clubs, um Michaelsons zarte Homestorys zu hören. Die bildschirmscheue Theaterliebhaberin sieht seither öfter fern. Vor allem um neue Songs zu entdecken.

Text:
Ulrike Rechel

Ingrid Michaelson

Quasimodo, Di 2.12., 22 Uhr, VVK: 18 Ђ

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