Trip-Hop

Inner Tongue spielt im Privatclub

Nach einer Stimmband-OP singt ­Inner Tongue wieder schön wie zuvor

Tobias Pichler

Es wird emotional, wenn Inner Tongue auf die Bühne kommt. Der Musiker hat nämlich eine heftige Zeit hinter sich. Schuld daran war eine äußerst seltene Stimmstörung, die eine teure Stimmbandoperation erforderte, für die die Krankenkasse nicht die Kosten übernehmen wollte. Also schuftete der Wiener zwei Jahre lang quasi Tag und Nacht, um das Geld selber zu verdienen. Immer wieder fragte er sich, was wäre, wenn er nie wieder singen könnte: „Mein großer Traum schien geplatzt zu sein. Manchmal wusste ich nicht mehr, wer ich überhaupt noch war“, sagt er.

Doch letztlich inspirierte ihn diese Identitätskrise zu den Songs seines Debütalbums „­Favours“. Weil er nach seiner Operation anfangs nicht einmal reden durfte, begann er zu komponieren: „Ich habe meine Instrumente für mich sprechen lassen. Mit ihrer Hilfe konnte ich meine Gefühle nach außen kehren.“ So entstanden sphärisch-melancholische Klangcollagen, die sich zwischen Trip­Hop, Post-Dubstep, Neo-Soul und Softrock bewegen: „Auch wenn es bei mir keine Genre­grenzen gibt: In erster Linie sehe ich mich als Popkünstler.“ Nichtsdestotrotz kommen Fans von intelligenten Gedankenspielen bei Inner Tongue voll auf ihre Kosten. Das Lied „Next Life“ etwa handelt davon, dass man Wünsche, die sich in näherer Zukunft nicht erfüllen werden, am besten ins nächste Leben verschiebt: „Wir müssten uns viel häufiger sagen: Alles ist gut so, wie es ist.“

Privatclub Skalitzer Str. 85 – 86, Kreuzberg, Mi 13.6., 20 Uhr, VVK 14 € zzgl. Gebühren

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