Konzerte & Party

Interview: Heini Heimpel von A Pony Named Olga

lt_A-Pony-Named-Olga_49mmIhr ward gerade in den USA auf Tour. In welchen Städten seid Ihr aufgetreten?
In über 15. Alle weiß ich nicht mehr, weil nicht alle auf dem Tourplan standen. Los ging es in Rochester/New York über Columbus/Ohio, Fort Wayne/Indiana, Tulsa/Oklahoma nach Austin/Texas, wo wir vier Tage lang täglich zwei Shows spielten. Besonders in In New York  flippte das Publikum echt aus: Damit wir weiterspielen, haben die Leute den Hut rumgehen lassen, so kamen zur Gage nochmal 350 Tacken!

Die Veröffentlichung des vierten Albums steht kurz bevor. Wie unterscheidet sich „The Black Album“ von seinen Vorgängern?

In Verbindung mit der Band taucht immer wieder der Begriff Rockabilly auf, was ich nie verstanden habe. wenn man unbedingt will, kann man auf den letzten beiden Alben vielleicht hier und da ein winziges bisschen Einfluss hören. Das neue Album hat mit Rockabilly so viel zu tun wie Lemmy Kilmister mit Ingwertee. Es ist viel düsterer als die Vorgänger, auch wenn zwei oder drei alberne Lieder dabei sind.

Bandnamen, die sich auf Pferde beziehen, sind in der Rockmusik gar nicht so ungewöhnlich, man denke an Black Horse Motel. In Berlin scheint es etwas konkreter zu sein: In den 90ern waren Mr Ed Jumps The Gun sehr erfolgreich. Euer Pferd heißt Olga. Woher stammt die Faszination für die Gäule?
Eine Faszination für Gäule habe ich eigentlich nicht. Unser Bassist Lloyd hat in Amerika tatsächlich Hufschmied gelernt, war aber bei Namensgebung noch nicht dabei. „A Pony Named Poldi“ war ein Kinderbuch meiner Tochter. Ich habe Olga für Poldi eingesetzt – fertig. Was besseres ist mir nicht eingefallen….

Wenn Ihr ins Kreuzberger Casolare geht, das u. a. Pferdefleisch auf der Pizza serviert, ist der Genuss dessen dann tabu?
Ich habe vor 100 Jahren in der Schweiz mal Bündnerfleisch gegessen, das ist, glaub ich aus Pferd. Ich würde eher Pferd essen von einem Gaul von der Weide als ein Schwein, das noch nie die Sonne gesehen hat.

Bündnerfleisch ist gepökeltes Rind. Bleiben wir bei tierhaften Wesen. Wie ist eure Beziehung zum Gehörnten? Auf dem neuen Album fällt bei einem Songtitel die Zahl 666 auf.
In dem Lied geht es allgemeinen um Aberglauben, faulen okkulten Zauber, esoterischen Hokuspokus und anderen Schwachsinn. Der Gehörnte eignet sich hervorragend als Angstmacher, Drohmittel und vor allem als Unterdrückungswerkzeug. Bei einem Verein wie der Kirche mit ihren totalitären Strukturen ist er nicht wegzudenken. Also, dass wir es albern finden, gibt es keine Beziehung.

Was verbirgt sich hinter der „totalitären Polka“?
Das Stück – ein Instrumental – klingt im Mittelteil nach deutscher Humpa-Humpa-Marschmusik und wir waren ja leider auch mal totalitär.

Findet selbige denn auch am 9.4. statt?
Das Stück spielen wir dann auch. Den Musikstil von uns als Polka zu bezeichnen – hm gar nicht übel, gibt es noch nicht oder? Jedenfalls gibt es am 9.4. im Bassy’s keinen Rockabilly, sondern die volle Ladung! Wir freuen uns!

Interview: Ronald Klein

A Pony Named Olga 9.4., 21 Uhr Bassy Cowboy Club 

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