Konzerte & Party

Interview mit dem Brassballett-Band-Leader Wassilij Goron

Portrait_Wassilij_GoronEr schlug sich zunächst mit Straßenmusik durch, spielte dann in verschiedenen Bands und Orchestern und gründete 2011 das Brassballett. Die Musiker tanzen und spielen gleichzeitig auf ihren Instrumenten und performen so eine choreographierte Tanzshow aus Brass, Jazz, Funk, Pop, Swing und Salsa.

Ihre Show wird als neues Musikgenre angekündigt?
Ja, es ist das erste Mal in der Musikgeschichte, dass die Instrumentalisten nicht nur auf der Bühne stehen, sondern auch dabei tanzen. Das ist ein großes Experiment, mit dem ich vor zehn Jahren angefangen habe. Ich lud Musiker ein und erarbeitete mit ihnen Choreografien.

Nicht jeder, der ein Instrument spielt, bewegt sich auch gern auf der Bühne.

Da haben Sie absolut Recht. Viele Musiker sind Bewegungslegastheniker. Statt in ihrer Jugend in die Disco zu gehen, bleiben sie zu Hause und üben, auf ihrem Instrument zu spielen. Das Schwerste war, meine Musiker zu überreden, den Tanz zu versuchen. Aber als sie dann gemerkt haben, welche Publikumsreaktionen entstehen, waren sie überzeugt.

Die Songs und Tanzstile der Show reichen von HipHop über Salsa bis hin zu Rock und Jazz. Nach welchen Kriterien haben Sie denn das Material ausgewählt?
Einfach nach meinem Geschmack. Ich habe die Stücke ausgewählt und umarrangiert. Wir haben auch klassisches Material im Gepäck, ich liebe schließlich Bach. In jedem Fall verspreche ich eine visuelle und akustische Überraschung.

Seit wann spielen Sie denn mit Ihren Musikern zusammen?

Die Gruppe ist jung und energetisch, im Schnitt 25 Jahre alt. Wäre ich nicht dabei, wäre der Schnitt noch jünger. Sie sind international gemischt, stammen aus exotischen Ländern wie Kuba, Ukraine und Bayern.

Schwebte Ihnen ein solch internationales Ensemble vor, als Sie vor über 20 Jahren nach Deutschland kamen?
Musik mache ich seit ich zehn bin. Meine erste Band gründete ich mit 15. In  Moskau studierte ich an der Militärhochschule Musik. Ich bin Diplommilitärkapellmeister, aber in Deutschland habe ich anfangs aus der Not heraus alles gespielt: Rock, Pop, Salsa, Ska – in unzähligen Bands. Aber der Gedanke, eine eigene Band aufzubauen war immer dabei und ich habe mir gedacht diese Band soll etwas besonderes sein.

Wenn Sie nach den Shows nach Hause kommen: Was legen Sie dann auf?
Bach. Meistens. Und ich finde es großartig, in dem Land zu leben, in dem Bach damals komponiert hat.

Interview: Ronald Klein

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