Konzerte & Party

Interview mit Diane Weigmann

Diane_WeigmannDu nimmst Teil an der Charity-Aktion von tip und radioeins teil. Was wirst Du zur Verfügung stellen?
In meinem letzten Video sieht man mich zusammen mit meinen Band-Jungs sportlich im Turnier auf einer Pit-Pat Anlage um einen Pokal kämpfen. Ich trage da dieses sehr hübsche, blaue Tenniskleid. Meine Startnummer sieben (der Song zum Video heißt „Sieben Leben“) ist noch originalgetreu unten am Saum befestigt!

Du spielst am Sonntag auch live?
Ich werde ein kleines Lied auf meiner kleinen Guitarlele zum Besten geben: „Immer schon ein Teil von mir“ – das Lied, das ich für meinen kleinen Sohn geschrieben hab.

Dein aktuelles Album entstand auf einem – nicht mehr ganz ungewöhnlichen – aber noch nicht so gängigen Weg: Crowdfunding. Wie kam es zu dem Entschluss?
Das Album auf diesem Weg zu finanzieren war eine logische Schlussfolgerung aus allem, was die Jahre davor passiert war. Ich war schon immer eine sehr selbstbestimmte Künstlerin, nach der Babypause mit meinem Söhnchen beschloss ich wieder eigenständig ins Studio zu gehen. Als mir bei der Finanzierung mein langjähriger Verlag finanziell nicht zur Seite stehen wollte, beschloss ich diese Aufnahmen erst einmal auf eigene Faust vorzufinanzieren. Meinen armen, aber spießigen Bausparvertrag hab ich dafür geplündert. Wenn man diesen Schritt erst einmal gegangen ist, dann kann man den Rest des Weges auch alleine gehen. Auch wenn er sehr viel  anstrengender und hürdenreicher war, als ich ihn mir am Anfang vorgestellt habe. Aber jetzt bin ich natürlich total glücklich, mein eigenes, kleines Plattenlabel zu besitzen. Und das verdanke ich zum ganz großen Teil meinen Facebook-Freunden und Diane-Musik-Liebhabern, die über das Crowdfunding neben der CD schon sechs Wochen vor dem Release auch selbstgestrickte Socken, einen Studiotag, personalisierte Songs oder Anrufbeantwortersprüche, Zeichnungen oder sogar eine E-Gitarre bei mir kaufen konnten.

Die Songs des neuen Albums kann man auf Deiner Webseite hören. Damit führst Du das Argument der großen Plattenfirmen ad absurdum, dass die „Gratis-Mentalität“ dazu führe, dass keine Musik mehr gekauft werde…
Man kann die Songs auf der Website hören, aber nicht runterladen – das stimmt. Ich bin der Meinung, die Menschen und Zuhörer sollten wissen, was sie sich da kaufen, und deswegen darf man auch rein hören. Ich verschenke auch oft Songs, diese Freiheit nehme ich mir. Denn schließlich haben gerade die „Gutfinder“ und Facebook-Freunde mich darin unterstützt, dass mein Label Rotschopf Records überhaupt erst möglich wurde.

Die Medien befinden sich im Umbruch. Vor zehn Jahren meinte Wim Wenders im Interview, dass zukünftig jeder die Chance habe, Musik oder Filme zu produzieren, weil die digitalen Medien Chancen egalisieren. Auf der anderen Seite verdienen Künstler am Download eines Tracks nur einen Bruchteil, weil die größte Marge bei den Verkaufsportalen bleibt. Wie ist Dein Blick auf die Entwicklung?
Es gibt wie bei allem immer Gewinner und Verlierer. Im kleinen Bereich hast du die Möglichkeit von einem größeren Publikum wahrgenommen zu werden, und dir einen Namen zu machen. Wenn du wirklich Geld damit verdienen möchtest, musst du sehr viel investieren, und auch auf dem „echten“ Markt stattfinden. Dafür brauchst du wirkliche CDs, die müssen hergestellt und über einen Vertrieb in den Handel gebracht werden. Und dann muss die Welt erst einmal erfahren dass es diese CDs gibt, und was so besonders an ihr ist. Das alles kostet sehr viel Geld und Kraft, das auf die Beine zu stellen ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Aber in meinem Fall weiß ich, dass so viel Liebe und Zeit und wirkliche Qualität in den Songs steckt. „Kein unbeschriebenes Blatt“ ist einfach ein so schönes Album geworden!

Wenn wir einen Blick auf die Berliner (Radio-)Landschaft werfen: Das klassische Spektrum hat sich erweitert, es gibt Internet-Radio, die privaten und öffentlichen Rundfunk ergänzen. Trotzdem hat man das Gefühl, dass in Zeiten, als Du mit den Lemonbabies an den Start (1989) gingst, Radio frecher und experimenteller war …
Ich denke, das liegt an unserer wirtschaftlichen Lage. Der Mensch funktioniert nach dem Prinzip Sicherheit. Ich kann mich da selbst nicht ausschließen, ich bekam es ganz schön mit der Angst zu tun, als ich merkte, wie die Kosten für die Label-Gründung auf einmal zu explodieren schienen. Aber man muss es auch zu Ende bringen. In diesem Fall mit Hilfe der großartigen Initiative Musik und eben durch das Crwodfunding. Ein Senderchef hat aber nicht nur seine seinen Radiosender, den er riskiert, wenn er nicht auf Nummer sicher geht, sondern einen ganzen Stab an Mitarbeitern. Das ist nochmal ein ganz anderes Paar Schuhe. Es gibt sie aber immer noch, die Idealisten, oder die kleinen Radiosender, die wirklich spielen was sie mögen oder die Künstler supporten, die es ihnen angetan haben.

Wie sieht es zu den Live-Plänen in naher Zukunft aus?
Ich spiele am 21. März im Maschinenhaus, in der Kulturbrauerei. Kommt pünktlich, um 20:00 Uhr geht es los. Zusammen mit dem wundervollen Michme und der Blockflöte des Todes. Das wird ein großartiger Abend!

Interview: Ronald Klein

 

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