Konzerte & Party

Iris Romen im White Trash Fast Food

Iris RomenAls 2008 die „Berlin Revue“ im Admiralspalast ihren Einstand feierte, gab es im Publikum für einige Standardtanz-Begeisterte ein erfreuliches Wie­dersehen. Hatte Confйrencier Mark Scheibe doch auch Iris Romen eingeladen, die eine Zeit lang wöchentlich in Clärchens Ballhaus Schlager aus den 40ern und 50ern zum Besten gab. Allerdings erst, nachdem sie und ihre Kapelle „mit schrägen Erich-Kästner-Vertonungen“ die Tanzfläche leer gefegt hatten. Die unbefangene Art, mit der sich die aus Maastricht stammende Sängerin dann Evergreens wie Caterina Valentes „Ganz Paris träumt von der Liebe“ annahm, stieß jedoch gleich auf Wohlgefallen.
Während der Repertoire-Recherche fiel ihr auf, dass vor allem die Nachkriegsschlager meist von ausländischen Interpreten eingesungen wurden. „Deutschsprachige Unterhaltung, die nicht von heimischen Künstlern stammte, war für das damalige Publikum wohl weniger vorbelastet“, mutmaßt sie. Und wie einst bei Greetje Kauffeld scheinen auch heute „die Leute nett zu finden, wenn eine Holländerin deutsch singt“. Wobei Romen trotz gepflegten Akzents Wert darauf legt, dass man im­mer die Texte versteht. „Die deutsche Sprache hat viel zu viele Klänge und Farben, als dass man sie vernuscheln dürfte!“
Doch nicht nur als erfahrene Brecht/Weill-Interpretin schwört sie auf deutliche Artikulation und rhythmische Vielfalt. Auch Jazzballaden gefallen ihr am bes­ten, wenn sie, wie bei Blossom Dearie („Sie sang Standards wie Popsongs!“), ohne ver­schlei­­erndes Pathos auskommen und stattdessen „viel Humor haben“. Und den kann man auch Romens eigenen Latin-Country-Soul-Stü­cken bescheinigen, die sie bei ihren Solo-Gigs mal a cappella, mal an der Orgel, und besonders gern am Kontrabass präsentiert.

Text: Markus von Schwerin

Foto: Sebastian Purfürst

Iris Romen, White Trash Fast Food, So 7.3., 20 Uhr, AK: 3 Euro

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