Konzerte & Party

Iron & White in der Apostel-Paulus-Kirche

Iron & Wine

Einst erlagen Calexico dem warmen Timbre von Sam Beam und nahmen mit dem Bartträger aus South Carolina 2005 eine EP auf. Seine honigweiche Kehle hat sich seit dieser Zusammenkunft nicht verändert – doch Beams heutige Songs erinnern kaum mehr an den wortkargen Folk-Minimalisten von damals. Inzwischen hat er sich zum geselligen Bandleader gewandelt. Sein jüngstes fünftes Album „Ghost on Ghost“ ist von opulent arrangiertem Soul- und Classicrock geprägt; als der 40-Jährige voriges Jahr auf Tour war, tummelte sich ein Dutzend Bläser, Streicher und Sängerinnen auf der Bühne. Mit dem Album hat sich der Wahltexaner endgültig im Bewusstsein des Mainstream-Publikums verankert, Songs wie „The Desert Babbler“ strahlen mit ihren Soulchören und Bläser-Arrangements jene Art Sonnengemüt aus, die man in den USA mit dem Radio der 70er verbindet: bewusste Referenz an Beams Kindheit und die Plattensammlung des Vaters, der seinerzeit als Booker an der Uni regelmäßig Motown-Bands in den Süden holte. Der sämige Bandklang von Iron & Wine ist denn auch inzwischen viel bekannter als die spartanischen Anfänge. Da kommt Beams Solo-Visite gerade recht, bei der er sich als Mann der leisen, intensiven Töne in Erinnerung bringen kann.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Piper Ferguson

Iron & Wine, Apostel-Paulus-Kirche, Grunewaldstraße, Schöneberg, Sa 8.11., 20 Uhr (ausverkauft)

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