Konzerte & Party

Jah Wobble und Keith Levene in der Volksbühne

Jah Wobble

Drei Jahre hat es Jah Wobble (Foto) in der Post-Punk-Band Public Image Ltd ausgehalten. Mehr ging nicht. Die Unzuverlässigkeit der anderen beiden Gründungsmitglieder John Lydon und Keith Levene, Letzterer heroinabhängig, machte eine weitere Zusammenarbeit unmöglich. Nach seinem Ausstieg brauchte der Bassist einige Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen. Geholfen hat ihm das Interesse an anderen Genres. Er erkundete Jazz, Dub-Reggae, Club- oder Weltmusik und war damit von seinen Ursprüngen so weit weg wie ein Auswanderer von der Heimat. An einen Weg zurück war nicht zu denken. Doch dann bot ihm Lydon vor drei Jahren an, sich der Reunion von PiL anzuschließen. Wobble lehnte ab, doch plötzlich war er wieder mittendrin in seiner Vergangenheit, von der er auch in seiner Autobiografie „Memoirs Of A Geezer“ detailliert erzählt. Dort kommt Levene nicht besonders gut weg, aber es muss zwischen den beiden eine Aussöhnung gegeben haben. Sie gingen in Britannien spontan auf eine Festivalbühne und spielten zusammen mit einem Lydon-Clone den PiL-Song „Careering“. Anfang dieses Jahres kam eine EP mit vier neuen Stücken. Da war sie dann wieder, die alte Magie und das blinde Verständnis von zwei Leuten, die wie für sich geschaffen sind. Diese krächzende Gitarre! Diese traumhaft präzisen und zugleich wuchtigen Bassläufe! Egal, ob es sich um alte Stücke aus dem Klassiker „Metal Box“ oder neue handelt: Bei diesem Duo lebt der konfrontationsfreudige Geist der frühen PiL wieder auf.

Text: Thomas Weiland

Jah Wobble und Keith Levene, Volksbühne, Mo 18.6., 20 Uhr, VVK: 28 Ђ

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