Konzerte & Party

James Blake im Admiralspalast

James Blake

Böse Zungen bezeichnen James Blake als männliche Version einer Beth Gibbons – die seit mehr als einem Jahrzehnt meist schwermütig zurückgezogen, doch jederzeit unausweichlich intensiv den Soundtüftlern von Portishead ihre Stimme verleiht. Und auch was das Soundtüfteln angeht, liegen Portishead und Blake nicht einmal weit auseinander. Bei dem jungen Briten kommen die Programmierungen jedoch eher aus der Ecke des Dubstep. In seiner Heimat Großbritannien war der 1989 geborene Musiker zunächst als DJ unterwegs, meist im Londoner Club FWD, der noch heute als Hochburg des Dubstep gilt.
Irgendwann fing der Sohn des Songwriters James Litherland dann selbst an, Songs zu produzieren. Das nötige Handwerk hatte er sich während seines Studiums in „Contemporary/popular music“ am renommierten Londoner Goldsmiths College angeeignet. Gepaart mit einem gehörigen Schuss Kreativität ergeben die düster-atmosphärischen Flächen, durchbrochen von verstörenden Geräuschen und gegenläufigen Rhythmen, zusammen mit Blakes oft weinerlicher Stimme ein Klang-Universum, das ihm letztes Jahr mit der Coverversion von Feists „Limit To Your Love“ zum Durchbruch verhalf. Den Dubstep hat er inzwischen auf seine Grundelemente reduziert. Dafür garniert er seine Songs mit eigenwilligen Gesangsmelodien, die trotz aller Kapriolen sofort im Ohr bleiben.
Mit seinem selbstbetitelten Debüt-Album, das im Februar 2011 erschien, besucht Blake nun bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die deutsche Hauptstadt. Nach seinen Shows im Berghain im April und auf dem Berlin Festival im September (wo mit der Auftrittszeit am Freitag um 14 Uhr einer der möglichen Höhepunkte des Festivals leichtfertig verschenkt wurde), entert der junge Brite dieses Mal die Bühne im Admiralspalast.

Text: Martin Zeising

James Blake, Mi 16.11., 20 Uhr, Admiralspalast, ausverkauft

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