Konzerte & Party

James Blunt

James Blunt

„Temporeich“ und „locker“ sind nicht unbedingt Attribute, mit denen man James Blunt in Verbindung bringt. Und auf den ersten Blick ist auch auf „Some Kind Of Trouble“, dem dritten Langspieler des 37-Jährigen, alles neu, aber irgendwie doch beim Alten: Noch immer ist Blunt ein Garant für fast perfekte Popsongs, deren Melodien so eingängig sind, dass die Texte fast keine Bedeutung mehr haben. Und noch immer hat Blunt das Händchen für Melancholie und Balladen. Doch der ehemalige Soldat wagt auch Neues. In „Turn Me On“ etwa, das er schüchtern ganz ans Ende des Albums gestellt hat, packt der als immer gleicher Pop-Barde Verschriene seine rockigere Seite aus. Die kennt man live längst von ihm, suchte sie auf den Alben bislang jedoch vergeblich. Wenngleich die Nummer nicht zu seinen Glanzstücken zählt, steht sie doch stellvertretend für den vorsichtigen Wandel, den Blunt vollzogen hat. Während einer selbst verordneten musikalischen Auszeit, die er in seiner Wahlheimat Ibiza zum Feiern nutzte, scheint er reichlich Lebensfreude getankt zu haben. Tränenreiche Stücke wie „Goodbye My Lover“ oder „Carry You Home“ findet man auf dem neuen Album nur wenige. Stattdessen gibt es Optimismus. Etwa in „Stay The Night“, das mit so viel Frische aufwartet, dass man über die überbordende Produktion manch anderen Stücks gerne hinwegsieht. Der neue Schwung steht ihm.

Text: Nadine Kleber

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