Konzerte & Party

James Hunter im C-Club

Sein Schlüsselerlebnis hatte er in der vollen U-Bahn: Einige Sitze weiter ließ ein junger Mann leise, aber vernehmlich sein Soundsystem laufen. Wie kam es, dass sich, wie sonst immer, niemand beschwerte? Es musste die Musik von Sam Cooke sein, die einfach allen gefiel. Und genau das setzte sich James Hunter für seine eigene Musik zum Ziel. Mitte der Achtziger zunächst als Howlin’ Wilf & The Veejays, später dann unter seinem richtigen Namen.  Unermüdlich tingelte er durch die Clubs von London und spielte seinen eigenen Mix aus Rock’n’Roll und R&B mit den UK-typischen Ska- und Blue-Eyed- Soulelementen, wobei besonders das aktuelle Album, erstmalig veröffentlicht als The James Hunter Six, auch Calypsoeinflüsse durchblicken lässt. 

„Das hat in England eine lange Tradition speziell aus den 40er-, 50er-Jahren, auch Curtis Mayfield hat sich in den Staaten dafür interessiert.“ James Hunter ist ein cooler Bursche, die große Emotion ist sein Ding nicht. Warum etwas hinzufügen, wenn doch alles da ist, sagt er und vermeidet rührselige Themen, hat vielleicht deshalb relativ geringe Countryeinflüsse. „Countrylyrics sind gut bei allen Eheproblemen, aber solange ich ein leidenschaftliches Gefühl habe, ist es fast egal, worum es geht.“ Lange galt James Hunter als Geheimtipp, Van Morrison holte ihn ins Studio, ging mit ihm auf Tour, Produzent Liam Watson (White Stripes) verpasste ihm den staubtrockenen Sound. Nur dass seine Frau Jackie, die es schaffte, ihn für ein paar glückliche Jahre aus seinem Lonesome-Wolf-Modus zu locken, starb, das hat ihn umgehauen. Jetzt, „Minute By Minute“, wie das neue Album heißt, ist er wieder da. Besser denn je.

Text: Christine Heise   

The James Hunter Six C-Club, Mi 27.11., 20 Uhr, VVK: 25 Ђ zzgl. Gebühr

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