Konzerte & Party

Jan Delay in der C-Halle

Jan DelayEr hat sich diesmal nicht neu erfunden. Jan Delay bezeichnet sein drittes Soloalbum „Wir Kinder vom Bahnhof Soul als konsequente Fortsetzung seines letzten Werkes. Funk und Disco, zusammengehalten vom Pop, ausgezeichnet durch feine Textlyrik.
Er lasse sich nicht gerne festlegen, sagt er – hat zur RAF ebenso eine Meinung wie zum Fußball oder der Internet-Piraterie. Viel Geschwätz, aber endlich mal Dis­kurs. Und das von einem Big-Seller aus den Top Ten.
Der Entertainer im weiterhin feinen Zwirn hat eine Dichte in Produktion und Sound, die hierzulande ihresgleichen sucht. Er bezeichnet sich als absoluten Perfektionisten, der ohne den Zuspruch seiner Produzenten und Berater Kaspar Wiens und Matthias Arfmann nie zufrieden wäre. Sie sind anscheinend die einzigen, denen er vertraut. Denn auf dem neuen Album ist kein Feature vertreten. Die selbsterklärte Stil­ikone behauptet, er habe einige Kandidaten mit ihren Beiträgen wieder nach Hause schicken müssen, weil sie zu schlecht waren. Stattdessen singt Delay unerwartet melancho­lisch über die Liebe; und das ganz ohne Ironie oder den sonst so typischen Zynismus. Eine weitere Annäherung an sein Idol Udo Lindenberg.
„Bleibt alles anders“ hat mal ein großer deutscher Songwriter geschrieben. So ähnlich fühlt sich Delays neues Album an – sich selbst wieder altbewährt gekonnt zwischen die Stühle setzen und aufs Neue in jede Richtung austeilen.

Text: Jan Schimmang

Jan Delay, C-Halle, Mo 15.3.2010, 20 Uhr

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