Konzerte & Party

Jandek im HAU 1

Jandek

Knapp 30 Jahre lang hat er das Konzept der Selbstmystifizierung perfektioniert, sich den gängigen Marktregeln verweigert und ist durch diese Konsequenz zu einer subversiven Ikone des Undergrounds geworden. Angefangen hat es 1978, als bei dem in Houston, Texas beheimateten Minilabel Corwood Industries regelmäßig Platten erschienen, die stets folgende Merkmale aufwiesen: Die Cover zierten verschwommene Porträts, die darauf zu hörenden Country- und Bluessongs klangen rau, unfertig, zuweilen atonal, und der Künstler, der dies verantwortete, nannte sich Jandek. Wer er war, wusste freilich niemand. Interviews gab es kaum, Live-Auftritte überhaupt nicht. Der Kult um den Texaner wuchs, angetrieben durch Studentenradios, exzentrische Plattensammler und prominente Fans wie Sonic Youth, Bright Eyes und Pearl Jam. Bis zu einem von Current-93-Frontmann initiierten Konzert im Herbst 2004 blieb der Sänger und Multiinstrumentalist anonym. Nun tritt er sporadisch auf, und erstmals gibt Jandek, der bürgerlich Sterling Richard Smith heißt, 66 Jahre alt ist und Börsenmakler sein soll, ein Konzert in Deutschland.

Text: Jacek Slaski

Jandek, HAU 1, Mi 18.4., 20 Uhr, VVK: 16,50 Euro; ermäßigt 11 Euro

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