Konzerte & Party

Japandroids im Bang Bang Club

JapandroidsMan merkt schnell, dass hier nicht alles mit ernsten Dingen zugeht. Allein schon der Bandname! Auch eine Anspielung auf Thin Lizzy („The Boys Are Leaving Town“) spricht Bände. Und ist die intensive Auseinandersetzung mit dem ständigen Auf und Ab in Sachen Mädchen („I don’t wanna worry about dying, I just wanna worry about those sun­shine girls“) etwa ein Indiz für Überintellektualisierung? Ganz klar, Brian King und David Prowse kennen nur ein künstlerisches Prinzip: Boys just want to have fun. Ein Problem ist das nicht. Japandroids halten selbst in geschmacklosen Momenten ein gewisses Niveau und leisten sich nie die Peinlichkeit platt-pubertären Palavers. Zudem wissen die Jungs aus Vancouver, wie man aus minimalen musikalischen Mit­teln das Maximale macht. King zieht den Verstärker hoch, Prowse durchfährt am Schlagzeug ein Adrenalinstoß nach dem anderen, und schon ist man bei Indie-Kalibern angelangt, die kurz vor der Nirvana-Eruption groß aufdrehten. Man denkt schnell an Fugazi, Dinosaur Jr. und, in sensiblen Momenten, die Briten von Ride, alles vorzeigbare Einflüsse. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass Japandroids mit ihrem Debütalbum „Post-Nothing“ zuletzt in vielen Jah­res­bes­ten­listen auftauchten. So urteilte der „NME“: „Aufruhr mit Sturmstärke, ein Gewitter der fröh­li­chen Unbekümmertheit.“ Den Rock’n’Roll haben diese beiden Racker wahrlich nicht neu erfunden, aber mit ihrer jugendlichen Frische, Geradlinigkeit und humorvollen Art überlisten sie uns dann doch.

Text: Thomas Weiland

Japandroids, Bang Bang Club, Mi 10.2., 21 Uhr, VVK: 10 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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