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Jared Leto von 30 Seconds To Mars im Gespräch

Jared LetoDie Anfrage einer befreundeten Journalistin aus Berlin, ob ich ein Interview mit Jared Leto machen könne, jetzt, sofort, kann ich ihr fast nicht abschlagen. Ich bin in Hamburg, Jared Leto ist in Hamburg. Es spricht also nichts dagegen. Das Interview verläuft sehr entspannt. Bevor es los geht, erzähle ich ihm, dass ich eigentlich Elektrophysik mache und er mein erster Star ist. Das hat er dann aber auch gleich abgestritten: er sei doch kein Star! Tja die wahren Superstars sind eben nicht die aus den Castings, sondern die, die es nicht zugeben.
Das Interview führen wir, während Jared Leto an den Alsterkanälen entlang läuft, um die Abendsonne im verschneiten Hamburg zu genießen. Das entspannt nicht nur ihn, sondern macht auch das Gespräch via Handy sehr angenehm.

tip: 30 Seconds To Mars sind gerade auf Tournee. Wie anstrengend ist so eine Tournee und sind Interviews dann nicht eher zusätzlich anstrengend?
Jared Leto: Zwischen dem ständigen Stress der Tour sehe ich oft nichts anderes als Tourbus, Hotel und Bühne. Da sind mir solche Freiräume wichtig und geben mir die Möglichkeit abzuschalten und Energie zu tanken.

tip: Du bist Schaupieler und Musiker. Was ist Dir wichtiger und hast Du die Oscars angeschaut?
Jared Leto: Die Oscarnacht habe ich verschlafen. An Preisen und Ehrungen bin ich außerdem wenig interessiert. Viel wichtiger ist mir der kreative Prozess, in dem ich mein Talent in etwas Schöpferisches wandeln kann. Dabei steht ganz klar die Musik an erster Stelle, aber auch das Produzieren von Musikvideos, die dann nicht nur auf MTV zu sehen sind, sondern auch in die Bühnenshow von 30 Seconds To Mars integriert sind. Und genau dort, auf der Bühne, wird mein Talent am deutlichsten sichtbar: ich bin präsent, sprühe vor Energie, und das mit einer beinahe kindlichen Freude. Ich will auch nicht, dass die Band mit meinem Namen beworben wird, sondern als eigenständiges Projekt gilt.

tip: Trotz eines unverkennbar eigenständigen Sounds schaffen es 30 Seconds To Mars mit ihrem neuen Album nochmals ein Stück vielfältiger zu werden, von atmosphärischen Stücken über erfrischend rockig bis beinahe Metal wieder hin zu sanften Balladen, zu denen Letos Stimme eigentlich auch am besten passt.
Jared Leto: Ja und das ist auch der einzige Moment, in dem ich auf den Rest der Band verzichte. Und sogar auf die Bühne. Bei „Hurricane“ stelle ich mich mitten ins Publikum und performe solo. Aber sonst ist die Band unverzichtbar. „Hurricane“ werde ich auch in Berlin performen, dort ist der Song entstanden. Denn mit Berlin verbindet mich mehr als nur gelegentliche Auftritte. Vier Monate habe ich dort gelebt und gearbeitet und ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit der inspirierenden Stadt.

Interview: Martin Aigner

Lesen Sie hier: „30 Seconds To Mars“ in der Arena Treptow in Berlin

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