Konzerte & Party

Jay Reatard „Watch Me Fall“ – Pro und Contra

Jay Reatard Der neue Gott des Lo-Fi

Schon schwer, diese Ein-Mann-Hitfabrik aus Memphis nicht zu mögen. Ähnlich wie einst Guided By Voices schüttelt Jay Reatard scheinbar problemlos Unmengen von Songs aus dem Ärmel, die erfrischend unkompliziert klingen und immer auf den Punkt kommen. Er ist Punkrocker ohne Lust auf große Budgets, er hat eine Schwäche für die Buzzcocks und manchmal auch Wire, wirkt deshalb aber noch lange nicht widerborstig oder gar aggressiv. Reatard verfeinert seinen Stil zunehmend, baut unkonventionelle Brüche ein und setzt mit Anspielungen auf Doo Wop und 60s-Girlgroups immer wieder spannende Kontrapunkte.

Text: Thomas Weiland

Bewertung: Hörenswert

 

Nerd auf High-Speed

Irgendetwas stimmt bei dieser CD nicht. Da blickt ein fies-grimmiger Nerd vom Plattencover und will dem geneigten Hörer textlich die dunklen Seiten seines Daseins mit Textzeilen wie „There is no sun for me“ und Titeln wie “It Ain’t Gonna Save Me” offen legen und dann unterlegt der Mann aus Memphis/Tennessee diese finsteren Gedankengänge mit einer Musik, die sofort das Tanzbein zucken lässt. In höchstem Tempo geht es durch die zweieinhalb-Minuten-Stücke, unverzerrte Schrammelgitarren bilden in freudigen Dur-Akkorden einen eintönigen Teppich für Reagards glockenklare Pop-Refrains. Hier passt nicht zusammen, was nicht zusammen gehört.

Text: Martin Zeising

Bewertung: Uninteressant

Jay Reatard, Watch Me Fall (Matador/Indigo)

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