Konzerte & Party

Jazzfest Berlin 2013

Pharoah_Sanders_02_c_QuentinLeboucherMusiker, die mit dem Dröhnen ihrer Instrumente und gegen alle Widrigkeiten Wände und Konzepte zum Einstürzen bringen und in der Genialität des Augenblicks einzigartige Meisterwerke vollbringen. Farrell Sanders (Foto) ist so ein Mann. 1940 in Arkansas geboren, zog er 1961 nach New York. Abgebrannt und ohne Jobs schlief er auf der Straße oder in U-Bahnen und trieb sich im Umfeld von Sun Ras afrofuturistischem Arkestra herum. Dort bekam er eine hässliche grüne Hose, den Spitznamen „Pharoah“ und blickte in ein kosmisch-kreatives Universum. Sein harscher Sound und die Fähigkeit, Melodien zugunsten von reinem Klang zu überwinden, lenkten schon bald die Aufmerksamkeit eines anderen, weitaus bekannteren Saxofonisten auf ihn – John Coltrane. An der Seite des großen Innovators half Sanders das New Thing zu formulieren, den frei gespielten Jazz. Dissonant, intuitiv, voller afrikanischer Einflüsse und esoterischer Theorien. Beim diesjährigen Jazzfest stößt Pharoah Sanders zum Gnawa Jazz Voodoo dazu, dem Projekt des Pianisten Joachim Kühn. Dann treffen Improvisatoren, westafrikanische Griot-Tradition und die spirituelle Gnawa-Musik der Sufis auf den mächtigen Klang seines Tenorsaxofons.

Text: Jacek Slaski

Foto: Quentin Leboucher

Jazzfest Berlin mit Pharoah Sanders u.?v.?a.Haus der Berliner Festspiele, Akademie der Künste (Hanseatenweg), Quasimodo, A-Trane, Do 31.10. bis So 3.11., Programm unter www.berlinerfestspiele.de

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