Konzerte & Party

JD McPherson im Bi Nuu

JD McPherson

Rock’n’Roll-Songs sind in der Regel nicht viel länger als zwei Minuten. Und die von JD McPherson klingen zudem, als wären sie von 1956. So sollte das auch sein, sagt der Mittdreißiger aus Broken Arrow, als Verbeugung vor den Einflüssen und als Statement in einer Retro-Szene, die zwar versessen auf Originalequipment ist, aber nicht immer den Sound trifft. Sein „Signs & Signifiers“ wurde 2010 ein Album von Fans für Fans und ohne Plan. Dann allerdings sprach sich der sensationelle Sound herum, Rounder Records veröffentlichte es neu und ab ging die Rakete. Seitdem gilt JD McPherson auch in Europa als Geheimtipp, der den Pioniergeist von Fats Domino, Chuck Berry und Willie Dixon ebenso aufgreift wie jamaikanischen Rocksteady und Western Swing. Also ein Kenntnis schaufelnder Nerd und Vinyl-Dogmatiker? Klar liebt er Vinyl („You can hug it“). Aber am Anfang waren der Punk, Iggy, Ramones und Sex Pistols, dann Pixies, Dinosaur Jr. und Flaming Lips, dazu die Musik des Vaters, ein Jazz- und Blues-Fan, Southern Rock durch die Brüder, und heute fokussiert sich JD mit seinen kongenialen Mitstreitern, darunter Hi-Style-Label-Betreiber Jimmy Sutton, auf die Essenzen des Sounds wie kein Zweiter. Als destilliere er genau die Aspekte heraus, die über die Jahrzehnte hinweg topmodern bleiben. „Let The Good Times Roll“ heißt das sehnsüchtig erwartete zweite Album, klingt banal, rockt wie Hölle.

Text: Christine Heise

JD McPherson, Bi Nuu im U-Bahnhof Schlesisches Tor, Kreuzberg, Sa 17.1., 21 Uhr, ausverkauft

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