Konzerte & Party

Jello Biafra im Astra Kulturhaus

Jello Biafra and The Guantanamo School Of Medicine

Besser nichts sagen? Lieber leise sein? Damit darf man Jello Biafra nicht kommen. Er hat immer seine Stimme erhoben, wenn ihm etwas faul oder ungerecht vorkam. Schon als Anführer der legendären Dead Kennedys wetterte er wütend gegen Präsidenten, Bürgermeister, Atompolitik, Kriege oder Glitzer-Gehabe, stets unterstützt von bedrohlich lautem Punkrock. Bis amerikanische Moralisten genug von seiner explosiven Art hatten. Sie verwickelten Biafra in kostspielige Gerichtsverfahren und sorgten so dafür, dass die Band 1986 nicht mehr finanzierbar war. Die Flinte warf Untergrundkämpfer Biafra deshalb aber nicht ins Korn. Er änderte nur seine Strategie, machte in wechselnden Konstellationen weiter Musik und betätigte sich oft als systemkritischer Spoken-Word-Künstler. Im Jahr 2000 kandidierte er auf einem Parteitag der amerikanischen Grünen. Einen Hinweis auf seine politische Meinung gibt auch der Titel des Albums „The Audacity Of Hype“ – er spielt auf ein Buch von Barack Obama an. Entstanden ist das Album mit The Guantanamo School of Medicine, der besten Biafra-Band seit den Dead Kennedys. Prominente Helfer sind Billy Gould von Faith No More am Bass und Ralph Spight von Victim’s Family an der Gitarre. Gespielt wird kompromissloser Punkrock, über dem sich Biafra in gewohnter Manier ereifert, jetzt verstärkt über Globalisierung und Wirtschaftsmacht. „I won’t give up, it’s not an option“, versichert er. Gut zu wissen.

Text: Thomas Weiland

Jello Biafra and The Guantanamo School Of Medicine, Astra Kulturhaus, Fr 29.7., 19 Uhr, VVK: 17 Euro (zzgl. Gebühren); AK: 21 Euro

Achtung!!! Das Konzert wurde vom Lido ins Astra Kulturhaus verlegt!!!

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