Konzerte & Party

Jenny Wilson im Prince Charles

Jenny Wilson

Im Paris des Jahres 1968 gingen Demonstranten mit dem Slogan „Seid realistisch, verlangt das Unmögliche!“ auf die Straße. Es ist ein unvergessener Appell an die Stärkung des Individualismus, auf den sich Jenny Wilson jetzt bezieht. Ihr viertes Album heißt „Demand The Impossible!“ und unterscheidet sich von dem, was man von ihr kennt. Sie hat schon Musik mit The Knife veröffentlicht und dabei elektronische Musik in den Vordergrund gestellt. Später hörte man bei ihr ein enges Verhältnis zur Arbeit von Kate Bush heraus. Jetzt sind solche offensichtlichen Einflüsse verschwunden. Die Schwedin wischt sie mit viel Engagement einfach weg. Im Song „Opposition“ spricht sie von der Notwendigkeit einer politischen Veränderung und der Rückkehr der wahren Freiheit. So deutlich, wie sie das formuliert, tut es in der apathisch gewordenen Musikszene sonst niemand. Wilsons Kampfesmut hat auch persönliche Gründe. Vor fünf Jahren wurde bei ihr Brustkrebs festgestellt, der mehrmals behandelt werden musste. Aus diesem Grund singt sie von kriegerischen Geistern, die sich in ihrem Körper gegen das Böse stellen, unterstützt von orientalisch angehauchten Klängen im Hintergrund. „Man muss aus jeder Situation im Leben etwas machen“, sagt sie.

Text: Thomas Weiland

Jenny Wilson, Prince Charles, Prinzenstraße 85?f, Kreuzberg, Fr 24.4., 20 Uhr, VVK: 12 Euro zzgl. Gebühr

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