Konzerte & Party

Jeru The Damaja im Bohannon

Jeru The Damaja

Es gibt viele Gründe, warum man an HipHop Freude haben kann. Einer davon heißt „The Sun Rises In The East“ und ist das erste Album von Jeru The Damaja aus dem Jahr 1994; ein Beispiel für die vollkommene Harmonie von Rapper und Produzent. Jeru war ein Neuling, der selbstbewusst wie ein alter Profi parlierte. Der Flow wirkte elegant, nie geriet dieser Mann aus der Fassung. Reibungsflächen gab es trotzdem. Ähnlich wie beim zeitgleich gestarteten Kollegen Nas spürte man die herannahende Eskalation im HipHop, vor allem in Gestalt von Beschreibungen von Animositäten in finsteren Ecken der Großstadt. Das Album war auch deshalb grandios, weil Jeru seinen Kumpel DJ?Premier eingespannt hatte. Minimal arrangierte Funk-Kulissen und Samples aus dem Repertoire von Roy Ayers, den Crusaders, Bob James oder Isaac Hayes sorgten für eine kribbelige Atmosphäre. Leider trennten sich die Wege der beiden Ausnahmetalente nach einer weiteren gelungenen Zusammenarbeit. Das bekam Jeru leider nicht. Erst mit „Still Rising“ vor vier Jahren machte er wieder wichtige Ansagen, wählte er weise Worte zur Situation der schwarzen Bevölkerung in den USA oder wetterte er gegen kommerziellen HipHop. Neueste Gerüchte besagen, dass er mit seinem alten Buddy Premier an Tracks arbeitet, ebenso wie mit Pete Rock und Large Professor. Schön wäre es. In dieser Gesellschaft ist Jeru einfach am besten aufgehoben.

Text: Thomas Weiland

Jeru The Damaja, Bohannon, Do 29.12., 22 Uhr, VVK: 13 Euro

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