Konzerte & Party

Jesca Hoop spielt im Privatclub

Schwer zu entscheiden, was spannender ist: Biografie oder Musik von Jesca Hoop

Jesca Hoop

Alt-FolkBei Jessica Hoop, kurz: Jesca, weiß man nicht, wo man anfangen soll. Bei der Musik? Bei der Biografie? Vielleicht bei beidem. Schon früh begann die Tochter einer musikalischen Mormonen-Familie aus Kalifornien mit dem Singen und Songschreiben. Bald nach der Scheidung der Eltern ersetzte Hoop religiöse Dogmen mit einem freien Leben in der Wildnis: Sie wohnte in Jurten oder unterm Baum, brachte mit Anfang 20 schwer erziehbaren Jugendlichen das Überleben in der Natur bei.

Ein Job als Kindermädchen für Tom Waits‘ Familie wurde schließlich zum Sprungbrett ins Musikbusiness. Nach Erscheinen ihres Debüts „Kismet“ (2007) inspirierte die Bekanntschaft zum Tourmanager der Manchester-Band Elbow Hoop zum Umzug nach Nordengland. Seitdem hat die Singer/Songwriterin mit zig Künstlern, darunter Peter Gabriel und Elbow-Sänger Guy Garvey, gearbeitet. Mit Sam Beam (Iron & Wine) nahm sie gar ein ganzes Duo-Album auf. Und natürlich veröffentlichte sie eigene Platten.

Darauf intoniert Hoop archaisch anmutenden Dark-Folk – und verfeinert quirligen Indie-Pop mit kunstvoller Vielstimmigkeit und exzentrischer Instrumentierung. Zurückgenommener klingt die 44-Jährige auf dem aktuellen, von John Parish produzierten „Stonechild“. In den Texten geht es dabei um Rassismus und Tod, die Schattenseiten der Mutterschaft und Sex im digitalen Zeitalter. Auch spannend. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Privatclub Skalitzer Str. 85/86, Kreuzberg, Di 22.10., 20 Uhr, Privatclub, VKK 17 €

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