Konzerte & Party

The Jesus Lizard im Festsaal Kreuzberg

The Jesus LizardMan könnte stundenlang amüsante Geschichte über David Yow erzählen. Darüber, wie er nach einem Lollapalooza-Auftritt in Ohio von den Cops abgeführt wurde, weil er sich auf der Bühne mal wie­der restlos entblößt hatte. Wie er ins Publikum sprang, sich dabei fast alle Knochen brach und im Krankenhaus trotz Verletzungen alle in den Wahnsinn trieb. Wie er Kekse in seiner Unterhose versteckt hatte und das Publikum damit bewarf. Der Mann war ein Ereignis und vielleicht der beste Schüler von Iggy Pop, den es je gab.
Die wilden Neunziger. Yow und The Jesus Lizard waren ein Teil davon. Sie verbreiteten keine schlechte Stimmung wie die Größen des Grunge. Yow gab den übergeschnappten Entertainer, jaulte, röhrte, knurrte und schrie in einem fort. Gitarrist Duane Denison, Bassist David Sims und Schlagzeuger Mac McNeilly steuerten dazu ökonomischen Punk-Noise-Rock bei. Ihr präzises und druckvolles Zusammenspiel wurde von Steve Albini gezielt gefördert, der im Studio keine Mätzchen zuließ. Die von ihm produzierten Höllenhund-Alben „Goat“ und „Liar“ sind die Kracher im Katalog der Band.
1999 verabschiedete sich Yow nach fast zwei Jahrzehnten ununterbrochener Berserkerei von der Bühne. Es sollte ein Entschluss für die Ewigkeit sein, doch dann tauchte er sieben Jahre später als Frontmann des Trios Qui wieder auf. Und was geschah? Nach kurzer Zeit musste er wegen einer kollabierten Lunge stationär behandelt werden. Aber das wirft einen wie Yow nicht aus der Bahn. Jetzt geht der Kultcholeriker auch mit The Jesus Lizard wieder auf sie mit Gebrüll.

Text: Thomas Weiland

Foto: Joshua Black Wilkins 

The Jesus Lizard, Festsaal Kreuzberg, Di 15.9., 21 Uhr, VVK: 16 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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