Konzerte & Party

Joan As Police Woman im Astra Kulturhaus

Joan As A Police Woman

Kein Zweifel: Jetzt, hier, heute und mit 40 Jahren befindet sich Joan Wasser auf dem Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens. „The Deep Field“, das gerade veröffentlichte dritte Album unter dem Namen Joan As Police Woman, ist ihr bestes. Alles fühlt sich so an, als sei die Sängerin und ausgebildete Violinistin endlich da, wo sie immer hin wollte. Der ganze Avantgarde-Performance-Tick, der sie zur gefragten Mietmusikerin für Sheryl Crow, Rufus Wainwright oder Antony Hegarty werden ließ, die Folgen der Punk-Rock-Sozialisation und die kleinen Umwege, die man so macht – das alles spielt keine große Rolle mehr. Stattdessen geht Joan voll zur Sache, was man schon an den Worten „I want you to fall in love with me“ erkennt, mit denen sie das Album eröffnet. Solche klaren Ansprachen kannte man sonst von einem Al Green oder einer Nina Simone, von denen Joan schon immer begeistert war. Jetzt traut sie sich auch richtig an sie heran. An allen Ecken und Enden von „The Deep Field“ knistert es, wird es erotisch und spürt man die Tiefe, die entsteht, wenn man dem Soul auf der Spur ist. Von dem neuen Selbstbewusstsein der New Yorkerin war unlängst auch etwas bei einem kurzen Solokonzert im Bassy zu spüren. Eigentlich hatte sie ja genug damit zu tun, Piano und Gitarre zu spielen, aber das hautenge schwarze Lederkostüm musste dann doch sein. Jeder soll sehen: Der Frau ist es ernst. In jeder Hinsicht.

Text: Thomas Weiland

Joan As Police Woman, Astra, So. 27.2., 21 Uhr, VVK: 15 Euro

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