Konzerte & Party

Joan As Police Woman im Postbahnhof

Joan As Police Woman

Von der Dame mit dem goldenen Hütchen, die am Bühnenrand die Violine spielt, wie sie es an der Seite von Rufus Wainwright tat, zu der energischen, präsenten, aber auch rastlosen Diva, die sie heute ist, führt eine turbulente Kurve und starke Alben als Joan As Police Woman. Vom gebremsten Grübelfolk bis zum expressiven Großband-Soul – Joan Wasser probiert alles aus. Die Multiinstrumentalistin zeigt dabei auf ihrem vierten Album „The Classic“, dass sie die Regeln sehr wohl kennt, aber gekommen ist, um sie zu sprengen. Motown und Doo Wop plärrten schon in der Grundschule ständig aus dem Radio und bilden das Alphabet, mit dem sie ihre neuen Songs buchstabiert, aber auch gehörig durchschüttelt. „Im Soul musst Du nicht großartig nachdenken. Nicht die Bedeutung zählt, sondern das Gefühl, und um das zu lernen, musste ich erst einige Platten machen.“ Und wenn Co-Produzent Tyler Wood beherzt in die Orgel greift, dann wird rundum alles vom Seelensound erfasst, Widerstand zwecklos. Joan Wasser lebt hier genau die gleiche Entschlossenheit, mit der sie insgesamt im Leben agiert, ihre Yoga-Übungen praktiziert, ihren Alltag strukturiert, die stets lauernden Abgründe bändigt und unendliche Dankbarkeit dafür empfindet, die wilden inneren Pferde mit Musik bändigen zu dürfen. Ein wunderbares und hippes Freundschaftsensemble hatte sich dafür im Brooklyner Wohnzimmerstudio versammelt, Soulsängerin Stephanie McKay, Comedian Reggie Watts, Songwriter Joseph Arthur – gemeinsam bündeln, aber auch entgrenzen sie den Zugriff auf Musiktradition und Lebensthemen, zwischen Kontrolle und Ekstase.

Text: Christine Heise

Joan As Police Woman + Helmut, ?Postbahnhof, Di 25.3., 20 Uhr, ?VVK: 21 Euro + Gebühr

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