Konzerte & Party

Joe Bonamassa spielt im Postbahnhof

Joe BonamassaMit klassischer Musik hatte er angefangen, mit vier Jahren. Sein Vater hatte einen Gitarrenladen in Utica, New York. Sie waren eine sehr musikalische Familie, sagt Joe. Auch zu Hause: jede Menge Gitarren.
Als der kleine Joe dann irgendwann zum ersten Mal einen E-Dur-Akkord bei voll aufgedrehtem Verstärker in eine E-Gitarre drosch, wusste er: Das ist es, das war der Sound, den er machen wollte. Und von da an spielte er seinen eigenen lauten, verzerrten Blues. Zunächst als kindlicher Verehrer des texanischen Gitar­risten Stevie Ray Vaughn, bis schließlich noch eine Menge anderer und größerer Einflüsse dazukamen. Als Bonamassa als Zwölfjähriger im Vorprogramm von B. B. King auftrat, sei der große schwarze Blues-Mann derart begeistert von dem kleinen Wunderjungen gewesen, dass er ihn auf eine längere Tour mitnahm und zu einer Art Mentor für ihn wurde. Das habe ihm damals seinen ersten kleinen Durchbruch beschert. Seit 20 Jahren ist der erst 32-jährige Bonamassa inzwischen im professionellen Musikgeschäft. Gerade erschien sein neuntes Album „The Ballad Of John Henry„, sein bestes, wie er selber findet. Der Amerikaner Joe Bonamassa spielt eine neuzeit­liche Variante des guten alten Blues-Rock, wie er vor gut 40 Jahren besonders in Großbritannien gepflegt wurde, von illustren Gi­tar­renhelden wie etwa Peter Green oder Jimmy Page. Singende Töne, langsam gezogene Saiten, schwirrendes Fingertremolo. Fragt man nach möglichen Einflüssen von Free oder Bad Company, weil man glaubt, Andeutungen von Paul Kossoffs schwerblütigen Moll-Gitarrenriffs und Paul Rodgers’ dunkel­blauer Soul-Stimme in Bonamassas Les-Paul-Gitarre und sei­nem Gesang wiederzubegeg­nen, ist er hocherfreut. Das sei ein ganz großes Kompliment.

Text: H.P. Daniels

Joe Bonamassa, Postbahnhof/Fritzclub, Di 19.5., 20 Uhr, VVK: 28 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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