Konzerte & Party

John F. Kennedy im Artenschutztheater

John Kennedy

Wer John Kennedy heißt, der muss natürlich einen draufsetzen: Gib mir ein F wie Francis – und fertig ist das berühmte Kürzel JFK. Auch musikalisch sucht der in Liverpool geborene, in der Go-Betweens-Stadt Brisbane, Australien, aufgewachsene Kennedy die Nähe der Großen: Seine letzte Band nannte er ’68 Comeback Special, und mit „Sons Of Sun Vol. 1“, also Söhne von Sun Records, positioniert er sich mit seinem neuesten Studioalbum. Entsprechend die Auswahl der Songs: „Blue Moon“, „Only The Lonely“, „Viva Las Vegas“. Elvis Presley und Roy Orbison liefern auch die stimmliche Orientierung, irgendjemand muss ihm mal gesagt haben, hey, du klingst ja wie der King. „Better than Elvis“, übertrieb dann auch gleich ein Radio-DJ downunder. Und während der andere Sohn von Sun, Chris Isaak, sich zuletzt mit seinem Coveralbum „Beyond The Sun“ als allzu braver Musterschüler zeigte, liegt den Versionen von Kennedy ein deutlicher Wille zur Interpretation zu Grunde. Eine Gratwanderung: Respekt vorm Original, aber auch Reflektion von Zeit und signifikanter Aufladung. Also verlangsamt er das Thema, erhöht den Hall und lässt Gitarrenmotive nur in Andeutung zu. Auch er selber ist ein begnadeter Songwriter. „King’s Street“, „Miracle In Marrickville“, „Big Country“ – wer davon die Singles-Version ergatterte, hatte kleine Kunstwerke in der Hand. „Have Songs, Will Travel“ stand nicht nur auf seinem Gitarrenkasten, sondern wurde zum Lebensmotto. Viele Jahre lebte er in Berlin, gewann eine hingebungsvolle Fangemeinde, lernte seine Frau Anja kennen und kommt nun für einen Auftritt zurück. Im Koffer eine Unmenge an Songs, Erfahrungen und Stilbewusstsein.

Text: Christine Heise

John F. Kennedy, Artenschutztheater, 7.7., 21 Uhr, AK: 10 Euro

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