Konzerte & Party

John Grant im Comet Club

John GrantDie Musikgeschichte ist voll mit Leuten, die ambitioniert gestartet waren und am Ende entmutigt abtraten. John Grant hätte es auch so ergehen können. Zehn Jahre lang war er Frontmann der Band The Czars. Die fiel aus dem amerikanischen Indie-Rahmen, weil sie einen gefühlvollen, an den Soft Rock der Siebziger angelehnten Stil bevorzugte. Nicht ganz überraschend zerschellte die Gruppe 2004 an mangelnder Popularität, bandinternen Differenzen und Grants Problemen mit Drogen und Alkohol. Danach bekam sich der Sänger allmählich wieder in den Griff, studierte Russisch in New York und war mit dieser Entscheidung auch ganz zufrieden. Letztlich kam Grant dann aber doch wieder mit Rock‘n‘Roll in Berührung. Über Midlake nämlich. Die Texaner hatten fairerweise erkannt, dass Grant ihnen die Vorlage für den eigenen melancholischen Folk-Sound gegeben hatte. Sie zeigen sich erkenntlich, indem sie den Aussteiger mit auf Tour nahmen und sich für ihn als Studioband zur Verfügung stellten.  Herausgekommen ist Grants erstes Soloalbum „Queen Of Denmark“. Der Sänger hat sich seine sanfte Ader bewahrt, gibt sich aber auch kämpferisch. Der Song „Jesus Hates Faggots“ ist die späte Abrechnung mit eigenen Familienmitgliedern und tumben Rednecks, die ihn wegen seiner Homosexualität fertig machen wollten.

Text: Thomas Weiland

John Grant, Comet, Do 17.6., 21 Uhr, VVK: 10 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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