Konzerte & Party

John Smith im Schokoladen

John Smith

Fragt man John Smith nach seiner Tätigkeit, dann bezeichnet sich der Brite als Gitarrist, Sänger und Songschreiber – bewusst in dieser Reihenfolge. Tatsächlich hat sich der Songschreiber lange nichts aus seiner Stimme gemacht: einem warmen Sandpapier-Timbre, das einen rauen Kontrast setzt zu Smiths filigranem Spiel auf dem Griffbrett. Während er sich in Sachen Gesang und Songwriting bescheiden als „Lernenden“ einstuft, ist er als Gitarrist fraglos in seinem Element. Menschen wie Ben Howard etwa verweisen gern auf den Kollegen als spieltechnisches Vorbild, Sängerin Lisa Hannigan setzt auf Smiths atmosphäre-starkes Spiel für die eigenen Alben; und für sein großes Vorbild, den im Jahr 2009 verstorbenen Folksänger John Martyn, spielte der Rotschopf mit dem fülligen Bart einst im Vorprogramm. Auf der Bühne stimmt Smith nach jedem Song sorgfältig sein Instrument um, er greift auch mal wahlweise zu Pedal-Steel oder Banjo. Beim dritten Album „Great Lakes“ scheint gar ein ganzes Orchester allein in den akustischen Gitarrenklängen zu schlummern, ob in Gestalt flirrender Pickings, prägnanter Riffs oder wehender Slides, die Songs wie „Town To Town“ in bittersüße Americana-Farben tauchen. Das mit US-Produzent Joe Henry entstandene Album sieht der 30-Jährige als neues persönliches Kapitel an; direkter und luftiger empfindet er die Songs im Vergleich zu den Anfängen.

Text: Ulrike Rechel

John Smith, ?Schokoladen, Do 19.12., 20 Uhr, AK: 7 Euro

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