Singer-Songwriter

Jonathan Jeremiah spielt beim Radioeins Parkfest

No more Melancholie: Jonathan Jeremiah entdeckt den Soulrock

Glenn Dearing

Das Abschlusskonzert des diesjährigen ­Radioeins Parkfests wird vom Londoner Singer/Songwriter Jonathan Jeremiah bestritten. Der hat den Status des durch die Lande tingelnden Geheimtipps mit Erscheinen seines Debüts „A Solitary Man“ von 2011 schlagartig hinter sich gelassen. Schon damals konnte man ahnen, dass in dem 1980 Geborenen ein probater, am Stax&Motown-Sound orientierter Soulrocker mit Eiern steckt. Und den lässt Jeremiah auf seinem vierten Werk „Good Day“, das Ende August erscheint und des Künstlers „glücklichste Momente der letzten drei Jahre“ eingefangen hat, ungebremst auf die Hörerschaft los: Aus souligen Grooves, eingängigen Refrains, Saturday-Night-Fever-tauglichen Chören und einem sexy temperierten Bariton bastelt der Brite einen Retro-Sound, der genauso vor vierzig oder gar fünfzig Jahren hätte erklingen können.

Damit erinnert er mal an John Lennons „Come Together“, das auf Everlasts „Black Jesus“ trifft („Mountain“), mal könnte man meinen, es mit dem unehelichen (und zeitreisenden) Sohn von Carole King und Seal zu tun zu haben. Auch ist die Isaac-Hayes-inspirierte Streicherfront, für die der Musiker ein neunzehn-köpfiges Ensemble in die renommierten Londoner Konk Studios gequetscht hat, nie weit weg. Ohnehin ist die akustikgitarrenumwobene Melancholie passé, Jeremiahs Sound hat eine optimistische Dynamik entwickelt, zu der mit einem weiteren seiner brandneuen Titel nur zu sagen bleibt: „Yes In A Heartbeat“.

Radioeins Parkfest Park am Gleisdreieck, Möckernstr., Kreuzberg, Sa 1.9. 20 Uhr, Eintritt frei

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