Konzerte & Party

Julia Holter in der Volksbühne

Julia Holter

Es naht wieder die Zeit, in der Musikkritiker ihr Jahresresümee ziehen. Nicht wenige werden da lobend erwähnen, wie sehr es Julia Holter mittlerweile gelingt, sich verständlicher zu machen. Früher waren Kenntnisse über die Antike hilfreich, wenn man ihr auf die Schliche kommen wollte. Für ihr Debüt „Tragedy“ hatte sie sich am Stück „Der bekränzte Hippolytos“ von Euripides orientiert. Später erforschte sie, was die Griechen unter dem Gefühl der Ekstase verstanden. „Meine Mutter ist Historikerin. Sie hat mir erklärt, welche griechischen Tragödien es gibt. Ich finde es faszinierend, wie im Altertum Grundkonflikte des Lebens beschrieben wurden“, berichtet Holter. Inzwischen liegen die Dinge etwas anders. Ihr aktuelles Album „Loud City Song“ hat sie nicht mehr alleine zu Hause, sondern in einem Studio in Gegenwart von Cole Greif-Neill (Ariel Pink, Nite Jewel) produziert. Unter seinem Einfluss hat sich Holter ein gutes Stück von der Entrücktheit verabschiedet und neue Klangfarben ausprobiert. Sie baut Electro-Einflüsse ein, lässt Jazz-Improvisationen einfließen. Zudem hört sich Holters Musik jetzt lauter an. So laut, wie es in ihrer Heimatstadt Los Angeles ist. „Dieses Album hat mehr mit der Gegenwart zu tun. Ich bringe die ständige Hysterie der Unterhaltungs- und Werbeindustrie zum Ausdruck, beschäftige mich mit der Jagd auf Prominente und ganz einfach mit Geräuschen, die man im Garten hört. Ich nehme nicht mehr so viele Umwege.“

Text: Thomas Weiland

Foto: Rick Bahto

Julia Holter + Lucretia dalt, ?Volksbühne, Do 24.10., 20 Uhr, ?VVK: 18 Euro (erm. 14 Euro) zzgl. Gebühr

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