Konzerte & Party

Julian Casablancas & The Voidz im Postbahnhof

Julian Casablancas & The Voidz

Sein Blitzstart liegt nun auch schon wieder dreizehn Jahre zurück. Als Sänger der Strokes hatte Julian Casablancas mit dem Album „Is This It“ großen Anteil am letzten großen Generationswechsel im Rock. Die Zeit der sich gigantisch aufplusternden Grunge- und Nu-Metal-Bands ging zu Ende, an ihrer Stelle übernahmen jüngere Draufgänger das Kommando. Die Freude darüber hielt aber nicht ewig. Keine folgende Strokes-Platte erreichte das Niveau des Einstands.
Es kam der Verdacht auf, dass man es doch bloß mit einer Band zu tun hat, die nur einen Stil beherrscht. Dagegen wehrt sich Casablancas nun mit aller Macht. Für den Befreiungsschlag hat er sich nach neuen Begleitern umgesehen. Seine Wahl fiel auf fünf wild und strubbelig aussehende Gestalten, die sich The Voidz nennen.
Was auf dem ersten Album „Tyranny“ zu hören ist, kann man im ersten Moment kaum glauben. Hier legt ein Mann seine über ein Jahrzehnt gepflegte coole Fassade ab und röhrt wie ein unkontrollierter Schreihals, für den es um alles geht. Er setzt sich für etwas ein, das sich „gegenseitig zugesicherte Zerstörung“ nennt. In den elf Minuten des Songs „Human Sadness“ deckt er mit seinen Gesinnungsgenossen ein Spektrum ab, das von zartem Synthesizer-Pop über Orgelmusik bis zu voll verzerrten Eskalationen reicht. Wenn Casablancas so weitermacht, hat er wieder eine Perspektive für die Zukunft.

Text: Thomas Weiland

Julian Casablancas & The Voidz, Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, Friedrichshain, ?Sa 13.12., 20 Uhr, VVK: 26 Euro zzgl. Gebühr

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