Konzerte & Party

The Julie Ruin im Lido

The Julie Ruin

„Kurt, du riechst nach dem Deo deiner Freundin, nach diesem … na, wie heißt es noch gleich? Ach ja, Teen Spirit.“ Et voilа: Der Nirvana-Überhit war geboren. Urheber der bekannten Zeile ist demnach nicht Kurt Cobain selbst, sondern seine damalige Bekannte Kathleen Hanna. Anfang der 90er-Jahre hingen die beiden in denselben Musikerkreisen ab. Auch in gesellschaftlicher Hinsicht teilte man eine ähnliche Gesinnung. Hanna entschied sich jedoch dafür, diese auch hörbar in ihre Musik zu integrieren. Mit ihrer ersten Band Bikini Kill avancierte sie innerhalb der Punk-Szene schnell zu einem Symbol für Feminismus und Gender-Gleichheit.
Nicht nur in ihren Lyrics, auch in Artikeln für verschiedene Magazine machte Hanna immer wieder auf die Diskriminierung der Frau und ihre Objektivierung durch den Mann aufmerksam. Sie gilt deshalb auch als Begründerin der Riot-Grrrl-Bewegung, die den Feminismus in den USA zu Beginn der 90er-Jahre rundum erneuerte. Auch Hannas zweite Band, die dance-lastiger angelegten Le Tigre, trugen das Konzept einer unverkrampften Emanzipation fort. Jeder ihrer Songs weckte Assoziationen ans Trampolin-Springen oder einen Erwachsenen-Geburtstag auf dem Spielplatz. Im Jahr 2005 zwang die Diagnose Borreliose Hanna jedoch dazu, sich für fast zehn Jahre aus dem Musikbusiness zu verabschieden. Inzwischen hat sie die Krankheit besiegt und lässt mit ihrer neuen Band The Julie Ruin alten Polit-Punkrock-Flair neu aufleben.

Text: Henrike Möller

Foto: Shervin Lainez

The Julie Ruin, Lido, Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Mo 10.8., 21 Uhr, ausverkauft

Mehr über Cookies erfahren