Konzerte & Party

Jungle im Postbahnhof

Jungle

Man denkt bei dieser Band sofort an eine der zutreffendsten Großstadtbeschreibungen aller Zeiten. „It’s like a jungle – sometimes, it makes me wonder how I keep from goin’ under“, rappten Grandmaster Flash and the Furious Five im Jahr 1982. An diesen Überlebenskampf haben sich Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland erinnert, als sie vor gut einem Jahr in London ihre Band Jungle aus der Taufe hoben. In ihrem Song „Busy Earnin’“ geht es um einen Menschen, der es mit dem Kampf übertreibt und zum Workaholic wird. Im Video zu „Platoon“ tanzt ein Junge Breakdance wie in der „Beat Street“ und macht in seinem Kinderzimmer gute Miene zum schweren Spiel. In „The Heat“ bewegen sich zwei gelenkige Kerle in Adidas-Anzügen auf Rollschuhen, was in den frühen 80ern überaus üblich war und hier wieder verdammt gut aussieht. Ganz klar: Es ist mal wieder Retro-Zeit, klanglich und optisch formvollendet dargeboten. Kreiert von zwei Leuten, die von Anfang an ein Geheimnis aus sich gemacht haben. Man weiß im Grunde immer noch nicht viel über Lloyd-Watson und McFarland. Dass sie den Lebensstil und die Musik, auf die sie anspielen, hundertprozentig durchschaut haben, kann aber niemand ernsthaft bezweifeln. Das nach der Band benannte Debüt ist eines der besten Alben des Jahres. Jetzt geht es nur noch um eine Rest-Unsicherheit. Um die Frage nämlich, ob diese Musik live einen noch besseren Eindruck macht als auf Platte.

Text: Thomas Weiland

Foto: Dan Wilton

Jungle, Postbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, Friedrichshain, Mo 17.11., 21 Uhr, ?VVK: 18 Euro zzgl. Gebühr

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