Konzerte & Party

Junip im Astra Kulturhaus

JunipUnter Josй Gonzalez’ Anhängern ist bekannt, dass man manchmal warten muss, bis der Songschreiber aus Göteborg neue Musik hervorbringt. Knapp sechs Jahre ist es her, seit das letzte Soloalbum des Mannes mit dem zeitlosen Folktenor erschien. Die Wartezeit auf das offizielle Debüt seiner Band aus Studi-Zeiten, Junip, ist inzwischen legendär: Eine volle Dekade brauchte das Trio für „Fields“. Die Band löste die geschürten Erwartungen ein – mit einem distinktiven Klangbild, das den schlichten, warmen Folkstil des Frontmannes mit motorisch gleichförmigen Krautrock-Rhythmen und Melodien betagter Synthesizer verkuppelte.

Auf dem Nachfolger ist die Dreieinigkeit von Gonzalez, Drummer Elias Araya und Keyboarder Tobias Winterkorn unverändert. Die Triebkraft geht vermehrt von Winterkorns teils formvoll übersteuert klingenden Synthies aus, was Songs wie „So Clear“ einen starken Ausläufer in Richtung 70er-Psychedelic-Rock verleiht. Das Trio hält solche schwereren Geschütze für die wesentlicheren Songs im Vergleich zu gewohnt angenehmen Ohrwürmern wie etwa die Single „Line Of Fire“.
Offenbar genießt die Band ihre Seite als Jam-Truppe, die im Studio ziemlich laut werden kann. „Wir wollten etwas von diesem Element auf der Platte haben, schließlich haben wir alle unsere Vorgeschichte mit lauter Musik“, sagte Gonzalez unlängst einem US-Online-Magazin in Hinblick auf den früheren Posten als Bassist einer Hardcore-Band. Auf Dauer sei es „etwas frustrierend, immer mit dem ‚Soft Rock‘-Stempel versehen zu werden.“ Etwas mehr Lautstärke bekommt vielen der neuen Songs in der Tat sehr gut.  

Text: UIrike Rechel
Foto: Jon Bergmann
tip-Bewertung: verlässlich gut

JUNIP + BARBAROSSA
Astra, So 5.5., 20 Uhr,

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