Konzerte & Party

Justin Timberlake in der O2 World

Justin Timberlake

Man hatte schon befürchtet, er hätte für immer das Metier gewechselt. Zwischen 2007 und 2013 verbrachte Justin Timberlake mehr Zeit an Film-Drehorten als in Aufnahmestudios. Er spielte Hauptrollen in den Hollywood-Streifen „The Social Network“, „Bad Teacher“ und „In Time – Deine Zeit läuft ab“ – alles Kassenschlager. Zuletzt sah man ihn in „Inside Llewyn Davis“, dem Versuch der Coen-Brüder, die Kämpfe in der frühen Folk-Szene in New York zu beleuchten. Natürlich hat sich Timberlake auch damit nicht blamiert. Bereits mit seinem ersten Soloalbum „Justified“ vor zwölf Jahren hatte er Vorurteile entkräftet, ein Ex-Boyband-Mitglied (‚N Sync) tauge niemals zu ernsthafter künstlerischer Aktivität. Doch die Arbeit mit Timbaland und The Neptunes, den heißesten R&B-Produzenten, klappte vorzüglich. Noch erstaunlicher war das, was auf dem Nachfolger „Future Sex/Love Sounds“ folgte. Timberlake gab sich nicht mit der Rolle eines Mitläufers zufrieden. Er setzte selbst einen Trend, indem er seinen Gesang mit elektronischen Klangflächen koppeln ließ, die von europäischem Techno beeinflusst waren. An seinem Ruf haben auch die beiden „20/20 Experience“-Alben aus dem letzten Jahr nichts geändert. Ja, es ist nicht alles edel, was auf dem Cover in goldener Farbe glänzt. Manchmal zieht es sich etwas. Aber wenn es darum geht, einen Mann zu finden, der mit den Einflüssen des Soul und Funk der Achtziger und R&B und Electro der Gegenwart einen guten Unterhalter abgibt, ist Justin Timberlake eine Top-Besetzung.

Text: Thomas Weiland

Foto: Tom Munro

Justin Timberlake, ?O2 World, Do 24.4., 20 Uhr, ausverkauft 

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