Konzerte & Party

Am Donnerstag: Karen Elson im Heimathafen Neukölln

Karen Elson

Viele Models wechseln probeweise das Metier, weil Zuflüsterer im Hintergrund meinen, dass sich mit einem attraktiven Äußeren alles verkaufen lasse. Qualität oder künstlerische Intensität? Egal. Bei Karen Elson muss man sich da jedoch keine Sorgen machen. Die gebürtige Engländerin pflegt seit ihrer Schulzeit ein inniges Verhältnis zur Musik. Weil sie in ihren Teenagerjahren als großes hageres Mädchen mit roten Haaren gehänselt wurde, schottete sie sich ab. Die Musik der Komponisten Kurt Weill und Irving Berlin oder die von Nick Cave und den Smiths gab ihr mehr als irgendein Gespräch auf dem Pausenhof.
Vielleicht hätte die Welt nie etwas von der Vorliebe der Schönheit erfahren, wenn Elson vor fünf Jahren nicht Jack White bei einem Videodreh der White Stripes kennengelernt und kurz darauf geheiratet hätte. Der ermutigte sie, offensiver mit ihrer Musikvorliebe umzugehen. Seither arbeitet Elson langsam, aber stetig an „The Ghost Who Walks“, ihrem ersten Album, auf dem die 31-jährige mit ausdrucksstarker Stimme eigene Songs singt. Der Country-Einfluss ihrer Wahlheimat Nashville ist allgegenwärtig, zudem haben britischer Folk und europäische Theatermusik ihre Spuren hinterlassen. Und Geister. „In Nashville wimmelt es davon“, weiß Elson. Soll sie ruhig daran glauben. Dann hört der Spuk mit ihr als Sängerin nicht so bald auf.

Text: Thomas Weiland

Karen Elson, Heimathafen Neukölln, Do. 23.9., 21 Uhr, VVK: 20?Euro

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