Konzerte & Party

Kari Rueslatten in Galerie theARTer

Kari Rueslatten

tip Du hast erst einmal außerhalb Norwegens gespielt.
Kari Rueslatten Ich war in der Vergangenheit sehr zurückhaltend, was meine Bühnenpräsenz betrifft. Rückblickend finde eнch es schade, freue mich aber umso auf Berlin!

tip Mit der Galerie theARTer hast Du einen Ort gewählt, an dem ein Konzert im sehr intimen Rahmen möglich ist.
Kari Rueslatten Absolut! Als ich letztes Jahr in Berlin war, hörte ich das erste Mal von diesem Ort. Die Konzerte hier sind etwas Besonderes, da es keine typische Konzert-Location ist.

tip Dein aktuelles Album „Time to Tell“ erschien nach einer neunjährigen Pause.
Kari Rueslatten 2005 entschloss ich mich zu einer Pause. Ich ahnte damals nicht, dass daraus fast eine Dekade werden würde. Zwischenzeitlich liebäugelte ich sogar damit, dem Musikbusiness komplett den Rücken zu kehren. Aber dann merkte ich, dass ich es vermisse, zu komponieren und zu singen. Erst mit der Musik fühle ich mich als Mensch „komplett“.

tip „Time to tell“ besticht mit fragilen Kompositionen, die am Klavier entstanden. Hast du früher anders komponiert?
Kari Rueslatten Seitdem ich The 3rd and the Mortal 1994 verließ, faszinierte mich elektronische Musik ungemein. Den Brückenschlag zwischen akustischer und elektronischer Musik zu erreichen, stand bei den vorigen Alben auf dem Programm. Ich arbeitete mit Loops, die den Ausgangspunkt von Songs bildeten. Diesmal ging es mir mehr um die Reduktion und die damit verbundene Konzentration auf die Melodie. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich bei den Arrangements weitere Instrumente hinzufügen sollte. Aber es funktionierte letztlich in diesem sehr reduzierten Gewand.

tip Auf dem Album coverst du einen Song deiner alten Band.
Kari Rueslatten Genau, und zwar aus der Zeit, als ich noch Mitglied war. Es ist genau 20 Jahre her, dass ich begann, Musik zu schreiben. „Why so lonely“ bedeutete mir immer sehr viel, sowohl musikalisch als auch textlich. Ich freue mich sehr darüber, dass Tuomas Holopainen von Nightwish mich bei diesem Song am Piano begleitet. Er veredelt das Stück.

tip Als du vor 20 Jahren mit The 3rd and the Mortal spieltest, war Skandinavien noch weit von dem Indie-Boom entfernt.
Kari Rueslatten Genau. Die Szene war sehr übersichtlich. Jeder kannte jeden und spielte in tausend Projekten. Es war eine sehr kreative und inspirierende Zeit. Die Musiker halfen einander. Es gab kein Konkurrenzdenken, sondern Experimentierfreude und Offenheit.

tip Eine Beschreibung, die manche norwegische Künstler jetzt für Berlin verwenden.
Kari Rueslatten Stimmt. Viele Kollegen haben sich hier niedergelassen. Berlin wirkt nicht wie eine fremde Metropole, sondern wie eine Stadt, die Menschen mit offenen Armen empfängt. Ich finde, Berliner sind sehr entspannt und freundlich. Friedrichshain ist dafür ein gutes Beispiel: Viele kleine Cafйs, interessante Gallerien und ein entschleunigter Lebensstil. So mag ich das!

Interview: Ronald Klein

Kari Rueslatten, Galerie theARTer, Sa 31.05., 20 Uhr

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