Konzerte & Party

Kashmir im Lido

Kashmir_c_KatrineRohrberFrüher hing die dänische Indie-Rock-Szene der schwedischen hoffnungslos hinterher. Dass dies heute anders aussieht, ist auch ein Verdienst von Kashmir. Diese Band zeigt ihren Landsleuten schon seit über zwei Jahrzehnten, wie es geht und was man erreichen kann, wenn man hartnäckig bleibt und an sich arbeitet. Ein Höhepunkt ihrer Karriere war die Zusammenarbeit mit David Bowie, Lou Reed und Produzent Tony Visconti bei den Aufnahmen zum Album „No Balance Palace“ in New York.

Vor drei Jahren hat die Band mit der Compilation „Katalogue“ ein Resümee gezogen und danach überlegt, wie es weitergehen soll. „Wir haben uns gefragt, ob die Welt wirklich ein weiteres Kashmir-Album braucht. Einfach nur weitermachen kam für uns nicht infrage. Wir waren uns schnell einig, dass sich etwas ändern musste“, erinnert sich Sänger Kasper Eistrup. Sie wollten sich nicht mehr auf teure Produzenten verlassen, sondern im Studio alles selbst in die Hand nehmen. Und sie waren bereit, sich von den ewigen Parallelen zu Radiohead zu lösen, die Eistrup mit seiner Stimme automatisch forciert. Das ist ihnen mit „E.A.R.“, ihrem siebten Album, gelungen.

Sehr gut macht sich die Mischung aus analogen Synthesizerklängen und einem zügigen Rhythmus, sie lässt an Kraftwerk und Neu! denken. Mitunter lässt sich die Band auch einfach mal treiben und geht mehr nach Gefühl. „Wir fühlten uns bei den Aufnahmen wie auf einem Spielplatz. Alle Stile, Stimmungen und Arrangements waren erlaubt. Es war schön, das Gefühl von grenzenloser Freiheit zu spüren“, sagt Eistrup.

Text: Thomas Weiland

Foto: Katrine Rohrberg

Kashmir Lido, Mi 8.1., 21 Uhr, VVK 21 Ђ zzgl. Gebühr

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