Konzerte & Party

Katzenjammer in der Columbiahalle

Katzenjammer

Mit Kleidchen im Fifties-Stil, vierstimmigen Gesängen und witzigen Frisuren zählen Katzenjammer zum Niedlichsten, was man auf den Festivalbühnen der letzten Jahre zu sehen bekam. Allein für das Ungetüm von Bass-Balalaika, das im Lauf eines Auftritts durch vier Händepaare wandert, hat die Girlband aus Oslo eine Menge Charme-Punkte sicher. Inzwischen ist das Quartett um Anne Marit Bergheim auch schon seit zehn Jahren zusammen. So hielt zuletzt die Normalität Einzug bei den vier ehemaligen Musikstudentinnen: Statt rastlos unterwegs zu sein, tauchten sie ins private Leben ein, Marianne Sveen wurde Mutter, Bergheim suchte Inspiration in Nashville. Das neue, dritte Album, „Rockland“, reflektiert ein Stück weit das Ankommen der Band im musikalischen Erwachsenendasein, angefangen mit der Referenz des Albumtitels auf Allen Ginsbergs Beatnik-Gedicht „Howl“. Auch musikalisch zeigen sich die Multi-instrumentalistinnen gereift. Erstmals betätigten sie sich allesamt als Songschreiberinnen und kamen dabei überraschend klar bei amerikanischen Spielarten von Folk und Country an sowie einer insgesamt weicheren Gangart. Mitunter klingt das, als musizierten The Bangles auf den Instrumenten einer traditionellen Bluegrass-Combo, unterwegs tönt auch mal ein satter Chaingang-Chor.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Paal Audestad

Katzenjammer, Columbiahalle, Columbiadamm 9-21, Tempelhof, Fr 6.3., 20 Uhr, ausverkauft

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